Politik

Bund kauft Gas für 1,5 Mrd. Euro Polen und Norwegen bauen wieder an "Baltic Pipe"

233015954.jpg

Am Houstrup Strand soll die Pipeline auf dänisches Festland treffen und das Gas dann weiter bis nach Polen transportieren.

(Foto: picture alliance / Ritzau Scanpix)

Angesichts des Krieges in der Ukraine und dem Aus von Nord Stream 2 versuchen Länder in Europa schon jetzt, einem Gasmangel in der Zukunft entgegenzuwirken. Polen und Norwegen bauen wieder an einer Pipeline, welcher eine nötige dänische Genehmigung entzogen worden war.

Zwischen Polen und Norwegen sind die Bauarbeiten für eine Gas-Pipeline unter der Ostsee wieder aufgenommen worden. Die dänische Umweltschutzbehörde habe eine neue Genehmigung für die "Baltic Pipe"-Pipeline erteilt, erklärte das dänische Unternehmen Energinet. Das Projekt war gestoppt worden, nachdem die dänische Umweltbehörde im Jahr 2021 die Baugenehmigung für den dänischen Teil aus Tierschutzgründen zurückgezogen hatte.

Nun könnten die seit vergangenen Mai ruhenden Bauarbeiten an der Pipeline in Ost-Jütland und auf der westlichen Seite der Insel Fünen fortgesetzt werden, erklärte der Netzbetreiber Energinet. Die Pipeline soll ab Januar 2023 den Betrieb aufnehmen.

Die Pipeline soll Polen mit norwegischem Gas versorgen und damit unabhängiger von russischem Gas machen. 2019 hatte Polen erklärt, es werde seinen Vertrag mit dem russischen Gaskonzern Gazprom nicht über das Jahr 2022 hinaus verlängern. Derzeit bekommt Polen zwei Drittel seines Gases aus Russland.

Deutschland kauft kleine Gasreserve

Vergangene Woche hatte Deutschland als Reaktion auf die Anerkennung der ostukrainischen Separatisten-Gebiete durch Moskau das umstrittene Pipeline-Projekt Nord Stream 2 auf Eis gelegt - und hat mittlerweile schon eine erste Maßnahme getroffen, um die Gasreserven ein wenig aufzustocken.

Der Bund hat nämlich für 1,5 Milliarden Euro Gas als Reserve für die nächste Zeit gekauft. Regierungskreise bestätigten einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenportals "The Pioneer". Das Portal berief sich auf ein Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, dem FDP-Politiker Florian Toncar. Das Finanzministerium habe grünes Licht für einen entsprechenden Antrag des Wirtschaftsministeriums gegeben. Der Haushaltsausschuss des Bundestages sei nicht wie in vergleichbaren Fällen üblich konsultiert worden. Die erste Lieferung sollte demnach bereits am 1. März erfolgen, so die Begründung des Finanzministeriums. Die Zahlungen für das Gas müssten "sehr zeitnah" geleistet werden.

Von wem Deutschland das Gas geliefert bekam, ging aus einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa nicht hervor. Neben Russland wird Deutschland im Großen und Ganzen noch von Norwegen und den Niederlanden mit Gas beliefert.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen