Politik

Nach Gruppenvergewaltigung Protestmärsche in Freiburg geplant

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In einem Gebüsch hinter einem Freiburger Club sollen mindestens acht Männer eine 18-jährige Studentin vergewaltigt haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Noch ist die genaue Dimension der Vergewaltigung einer jungen Frau in Freiburg nicht bekannt. Acht Männer sitzen bereits in U-Haft, doch es könnten noch mehr an dem Verbrechen beteiligt gewesen sein. Die AfD will nun demonstrieren - ihre Gegner auch.

Die mutmaßliche mehrfache Vergewaltigung einer 18-jährigen Studentin in Freiburg ist dort Anlass für mehrere Proteste. Die AfD rief via Facebook zu einem Demonstrationszug durch die Stadt auf. Am Rathausplatz soll eine Kundgebung stattfinden.

Gleichzeitig sind aber auch zwei weitere Demos angekündigt, die der politischen Vereinnahmung der Straftat durch die rechtspopulistische Partei entgegen treten wollen. So warnt der Freiburger Stadtrat Sebastian Müller von den Grünen vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens: "Ich bin es leid, dass in Freiburg und anderswo immer wieder Gruppen versuchen unsere Trauer und unser Entsetzen über schreckliche Verbrechen politisch auszuschlachten", schreibt er auf Facebook.

Nach einem Disco-Besuch soll die junge Frau in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Die Polizei meldete inzwischen acht Festnahmen. Gegen sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und einen 25 Jahre alten Deutschen bestehe dringender Tatverdacht, hieß es. Eine 13-köpfige "Ermittlungsgruppe Club" arbeitet mit dem Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart zusammen.

Die Tatverdächtigen sollen den Behörden wegen anderer Straftaten bereits bekannt sein. Gegen den 21 Jahre alten Hauptverdächtigen lag bereits vor der Tat ein Haftbefehl wegen eines anderen Delikts vor, bestätigte das baden-württembergische Innenministerium der "Badischen Zeitung". Die Polizei hält es für möglich, dass es weitere Täter gibt.

Wie es dem Opfer nach der Tat geht, darüber halten sich die Behörden bedeckt. Der jungen Frau ist laut Innenministerium angeboten worden, dass die Polizei den Kontakt zu einer Beratungsstelle in Freiburg herstellt, die auf Opfer sexualisierter Gewalt spezialisiert ist. Die 18-Jährige habe dem Vorschlag zugestimmt und werde seither durch die Fachberatungsstelle betreut.

Quelle: ntv.de, hny/dpa