Politik

Muttermilch fördert Gesundheit Regierung will das Stillen deutlich erleichtern

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Gestillte Kinder seien im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter deutlich seltener übergewichtig, heißt es in der Nationalen Stillstrategie.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Blend Images)

Muttermilch ist die optimale Ernährung für Babys. Sogar bis ins Erwachsenenalter kann sich Stillen positiv auf die Gesundheit auswirken. Damit Stillen sein gesamtes Potenzial entfalten kann, beschließt das Kabinett eine Strategie. Denn: Nur die Hälfte der Mütter stillt ihr Kind länger als vier Monate.

Muttermilch ist für Säuglinge extrem gesund - durch eine nationale Strategie will die Bundesregierung nun die Bedingungen für das Stillen in Deutschland verbessern. Gestillte Kinder seien im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter etwa deutlich seltener übergewichtig und litten weniger häufig an Diabetes. Außerdem gebe es deutliche Hinweise auf weitere positive Auswirkungen des Stillens in Bezug auf die kognitive und psychologische Entwicklung der Kinder und die Bindung zur Mutter, heißt es in der vom Bundeskabinett beschlossenen "Nationalen Stillstrategie".

Ziel der Initiative ist es, die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern sowie die Akzeptanz der Öffentlichkeit und die Motivation in Deutschland zu erhöhen. In dem Beschluss wird auch darauf verwiesen, dass bei Müttern das Risiko für Krebserkrankungen der Brust, der Eierstöcke und der Gebärmutterschleimhaut sinke. Ebenso reduziere sich das Risiko, an Diabetes vom Typ 2 zu erkranken. Wie das Bundeskabinett angibt, stille jedoch weniger als die Hälfte der Mütter ihr Kind nach vier Monaten noch ausschließlich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU erklärte: "Für Mütter muss es selbstverständlich sein können, ihre Kinder zu stillen. Dafür wollen wir Verständnis und Räume schaffen." Stillen fördere die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Mit der "Nationalen Stillstrategie" solle erreicht werden, "dass Mütter die nötige Unterstützung dafür erhalten."

"Keinen Druck auf Mütter" ausüben

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht von der SPD erklärte, Stillen solle auch im öffentlichen Raum unterstützt werden. "Wichtig ist, dabei keinen Druck auf Mütter auszuüben." Jede Mutter solle ihr Kind so versorgen können, wie es für sie und ihr Baby am besten sei. "Natürlich muss das auch für erwerbstätige Mütter gelten." Den Müttern müsse nicht nur das Stillen im Berufsalltag ermöglicht werden, sie müssten auch Anspruch auf eine stillfreundliche Umgebung haben.

Die "Nationale Stillstrategie" soll unter anderem Arbeitgeber und Einrichtungen dabei unterstützen, entsprechende Veränderungen zu schaffen, fügte Lambrecht hinzu. "Es geht darum, dass Stillrechte nicht nur theoretisch bestehen, sondern auch von jeder Mutter gelebt werden können."

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner von der CDU erklärte, sie wolle eine ausgewogene Ernährung in allen Lebensphasen unterstützen. Dabei komme dem Stillen eine besondere Bedeutung zu. "Die ersten 1000 Tage im Leben sind daher ein Schwerpunkt meiner Ernährungspolitik."

Die "Nationale Strategie" beruht auf Empfehlungen, die Vertreterinnen und Vertreter von Berufs- und Fachverbänden, öffentlichen Institutionen, der Länder, kommunaler Spitzenverbände, Krankenkassen, medizinischer Fakultäten und Kliniken sowie der Nationalen Stillkommission erarbeitet haben.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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