Politik

Streit um Grenzverletzung Russland droht US-Zerstörer zu rammen

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Seit 1994 im Dienst - die "USS John McCain".

(Foto: imago/Eibner Europa)

Ein US-Zerstörer schippert bedenklich nah an russischen Hoheitsgewässern - wohl etwas zu nah. Ein russisches Kriegsschiff nimmt Kontakt auf und droht der "USS John McCain" mit einer Schiffskollision. Im Territorialstreit sehen sich beide Seiten im Recht.

Russland hat den USA eine Verletzung seiner Grenzen mit dem US-Zerstörer "USS John McCain" in seinen Hoheitsgewässern im äußersten Osten vorgeworfen. Das Schiff habe sich in der Peter-der-Große-Bucht im Japanischen Meer unzulässig nah an die Grenzen Russlands bewegt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Der russische U-Boot-Zerstörer "Admiral Winogradow" habe das US-Schiff über die "Unzulässigkeit der Handlungen" informiert und über ein mögliches "Ramm-Manöver, um den Grenzverletzer aus den Territorialgewässern zu verdrängen". Danach habe das US-Schiff umgehend Kurs auf die neutralen Gewässer genommen, hieß es.

Die US-Flotte wies die russischen Vorwürfe als unbegründet zurück. Der US-Raketenzerstörer habe sein international verbrieftes Recht wahrgenommen, routinemäßig in der Bucht zu navigieren, hieß es in einer Mitteilung. Die 7. US-Flotte warf vielmehr Russland im Gegenzug vor, mit seiner Grenzziehung in den Gewässern - wie schon zu Sowjetzeiten - gegen internationales Recht zu verstoßen.

Russland beansprucht nach US-Angaben deutlich mehr Fläche als nach Seerecht zulässig. Darauf habe die Flotte hinweisen wollen. "Die USA haben demonstriert, dass die Gewässer nicht zu Russlands Seegebiet gehören", hieß es in der Mitteilung. Die USA würden auch weiter dort fliegen und auf See fahren, wo das laut internationalem Recht zulässig ist - ungeachtet von Versuchen, mehr Territorium zu beanspruchen. "Die Vereinigten Staaten werden sich nie einer Einschüchterung beugen." Auch im Luftraum gab es in der Vergangenheit Fälle, in denen sich Flugzeuge der russischen und der US-Luftwaffe gefährlich nahe kamen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa