Politik

Monatliche Hilfe für Eltern Schwesig fordert 300 Euro "Familiengeld"

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Seit Wochen sollen Eltern die Lehrer ihrer Kinder ersetzen.

(Foto: imago images/photothek)

Familien trifft die Coronavirus-Pandemie besonders hart. Neben dem Beruf müssen sich Eltern derzeit auch um die Kinderbetreuung kümmern. Dafür sollen sie finanziell unterstützt werden, fordert die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Schwesig, bei RTL/ntv.

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat eine finanzielle Unterstützung für Familien während der Corona-Krise gefordert. "Der Zustand für die Familien geht so nicht weiter. Viel bleibt bei den Frauen hängen. Wir müssen jetzt die Kitas und Schulen für alle Kinder schrittweise öffnen. Ich fordere auch erneut ein 'Familiengeld'", sagte die SPD-Politikerin im Interview mit RTL/ntv.

Diese Unterstützung habe sie bereits während ihrer Zeit als Bundesfamilienministerin in der vergangenen Legislaturperiode gewähren wollen. "Die Kanzlerin hat es damals weggewischt, vielleicht zeigt die Corona-Krise jetzt, dass das dringend notwendig wäre. Alle sollten das Geld bekommen, wenn sie sich in dieser Zeit auch um ihre Kinder kümmern - in Höhe von 300 Euro im Monat", sagte Schwesig.

Die SPD-Politikerin fürchtet, dass die zusätzlichen Belastungen für Eltern vorerst anhalten würden. Die Betreuung etwa im Kindergarten oder der Schule bleibe eingeschränkt. "Das Familiengeld kann gerade Frauen helfen, damit sie mehr Zeit für die Kinderbetreuung haben. So könnte man insgesamt Beruf und Job besser vereinbaren", so Schwesig.

Eltern "am Rande ihrer Kräfte"

Auch Schwesigs Nachfolgerin im Bundesfamilienministerium, Franziska Giffey, will finanzielle Hilfen für Eltern. Sie forderte eine Verlängerung der Lohnfortzahlung, wenn Eltern wegen der Kinder-Betreuung derzeit nicht arbeiten können. "Wenn Eltern keinen Platz in der erweiterten Notbetreuung bekommen und sie nicht arbeiten gehen können, weil der Regelbetrieb noch nicht in Sicht ist, müssen sie eine Entschädigung erhalten", sagte Giffey dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Über diese Frage müssen sich Bund und Länder so schnell wie möglich einig werden", verlangte Giffey. Viele Familien seien schon "seit einigen Wochen am Rande ihrer Kräfte". Solange Kitas und Schulen noch nicht für alle Kinder wieder vollständig geöffnet werden könnten, "müssen Eltern anders unterstützt werden", forderte die Ministerin.

Eltern können zwar laut Infektionsschutzgesetz bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder während der Pandemie unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Die Leistung ist aber begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird bisher höchstens sechs Wochen lang gezahlt. Zeiten, in denen die Kita oder Schule ohnehin wegen Ferien geschlossen wäre, werden nicht mitgerechnet.

Quelle: ntv.de, ara/AFP