Politik

G7 sagen anhaltende Hilfe zu Selenskyj bittet Westen um massive Unterstützung

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Die G7-Runde spricht mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

(Foto: REUTERS)

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Am zweiten Tag des G7-Gipfels stehen der Krieg in der Ukraine und dessen Auswirkungen im Mittelpunkt. Dazu ist auch Präsident Selenskyj zugeschaltet. Er bittet die führenden Industriestaaten um Hilfe, etwa durch Luftabwehrsysteme. Denn die Ukraine will den Krieg noch in diesem Jahr beenden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat von den G7-Staaten gefordert, "alles zu tun", um den Krieg mit Russland noch in diesem Jahr zu beenden. Bei den Gesprächen mit den G7-Staats- und Regierungschefs habe Selenskyj darauf verwiesen, dass der Krieg noch lange dauern werde, wenn er sich bis in den Winter hinziehe, hieß es aus G7-Kreisen bei dem Gipfel auf Schloss Elmau. Zudem habe Selenskyj eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland gefordert, hieß es.

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Selenskyj fordert auch schärfere Sanktionen gegen Moskau.

(Foto: dpa)

Die G7-Staaten sicherten der Ukraine ihre Hilfe "so lange wie nötig" zu. "Wir werden weiterhin finanzielle, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung leisten und stehen an der Seite der Ukraine so lange wie nötig", heißt es in einem Statement zur Ukraine. Unter anderem stellten die Staats- und Regierungschefs darin eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland in Aussicht. Im Mittelpunkt sollten dabei die Rüstungsindustrie und der Technologiesektor stehen. "Wir sind entschlossen, Russlands Einnahmen, auch aus Gold, zu reduzieren", heißt es in dem Papier. Weitere Details wurden nicht genannt.

Die G7 riefen Russland erneut zu einem Ende des Krieges auf - und warnten das Land eindringlich vor einem Einsatz chemischer, biologischer oder nuklearer Waffen. Dies wäre nicht akzeptabel und würde schwere Konsequenzen nach sich ziehen. Zudem forderten sie in dem Papier Russland auf, die Angriffe auf landwirtschaftliche Infrastruktur sofort und bedingungslos einzustellen und die Häfen für den Export von Getreide freizugeben.

Scholz: "Druck auf Putin weiter erhöhen"

"Als G7 stehen wir geeint an der Seite der Ukraine und werden unsere Unterstützung fortsetzen", twitterte Kanzler Olaf Scholz zu einem Bild der Sitzung mit Selenskyj. Dafür müssten alle harte, aber notwendige Entscheidungen treffen. "Wir werden den Druck auf Putin weiter erhöhen. Dieser Krieg muss ein Ende haben", schrieb Scholz.

Selenskyj war bei einem Arbeitstreffen des G7-Gipfels auf Schloss Elmau per Video zugeschaltet. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird am zweiten Gipfeltag eines der beherrschenden Themen sein. Laut einem Diplomaten bat Selenskyj die Gipfelteilnehmer etwa, Luftabwehrsysteme zu liefern. Zudem sollten die sieben führenden westlichen Industriestaaten der Ukraine beim Export von Getreide helfen und dem Land finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau zur Verfügung stellen.

Scholz sagt Hilfe bei Getreideexport zu

Angesichts der drohenden Hungerkrise vor allem in Ostafrika bemühen sich die G7-Staaten bereits darum, Getreideexporte aus der Ukraine zu ermöglichen. "Da sind jetzt gegenwärtig Tag und Nacht die Verhandlungen im Gange", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz dem ZDF. Das Thema bereite den führenden demokratischen Wirtschaftsmächten größte Sorge und man wolle helfen.

Auch mit Geld solle dafür gesorgt werden, dass Hungerkrisen vermieden werden, sagte Scholz. Dazu werden auch konkrete Finanzzusagen der G7-Staaten erwartet. Die Ukraine und Russland sind die größten Weizen-Exporteure weltweit. Normalerweise decken sie knapp ein Drittel des globalen Bedarfs - weil Russland die ukrainischen Häfen derzeit blockiert, kann viel Getreide aber nicht exportiert werden.

50 Millionen Menschen vor Hungersnot

Laut Welternährungsprogramm stehen 50 Millionen Menschen weltweit kurz vor einer Hungersnot. Als katastrophal schätzt die UN-Organisation die Lage in Äthiopien, Nigeria, dem Südsudan, dem Jemen, Afghanistan und Somalia ein.

Der Gipfeltag geht weiter mit der Teilnahme der Staats- und Regierungschefs von fünf Gastländern: Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien. In der größeren Runde sollen unter anderem die Klimakrise sowie die Themen Energiesicherheit und Gesundheit diskutiert werden. Später am Tag soll auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres zugeschaltet werden, etwa zu Beratungen über die drohende Hungerkrise.

Der Gipfel der sieben wichtigen demokratischen Industriestaaten hatte am Sonntagmittag begonnen und dauert noch bis Dienstag. Zur G7 gehören neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Zudem nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel am Gipfel teil.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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