Politik

Truppenabzug aus Afghanistan Trump: "Wir werden auf 8600 runtergehen"

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Trump verpackte seine Ankündigung in eine Drohung an die Taliban.

(Foto: imago images/Hindustan Times)

Die Idee ist nicht neu, aber nun bekräftigt US-Präsident Trump seinen Willen zu einem deutlichen Truppenabzug in Afghanistan. In Indien spricht er davon, "auf 8600 Soldaten" herunterzugehen. Das Angebot verpackt er in einer Drohung.

US-Präsident Donald Trump hat mit Blick auf ein mögliches Abkommen mit den militant-islamistischen Taliban erneut eine Reduzierung der US-Truppenstärke auf 8600 Soldaten in Aussicht gestellt. "Wir werden auf 8600 runtergehen und von dort aus werden wir eine Entscheidung treffen, was das endgültige Ergebnis sein wird", sagte Trump in Neu-Delhi bei einer Pressekonferenz.

Trump hatte bereits bei einem Truppenbesuch in dem Land im November von dieser Größenordnung gesprochen. Derzeit sind in Afghanistan zwischen 12.000 und 13.000 US-Soldaten stationiert. "Nach 19 Jahren würde ich unsere jungen Leute gerne zurück nach Hause bringen", sagte Trump. Die USA würden die Region auch weiterhin im Blick und "immer" Geheimdienste dort haben, sagte Trump.

Auch sprach er eine Drohung aus: Nach einem Truppenabzug "werden wir sie wissen lassen, dass wir sie sehr hart schlagen werden, wenn etwas passiert". Die USA haben mit den Taliban eine siebentägige Verringerung der Gewalt in Afghanistan ausgehandelt. Wenn es in dieser derzeit laufenden Phase tatsächlich weniger Gewalt gibt, will Trump ein umfassenderes Abkommen mit der militant-islamistischen Gruppe unterzeichnen.

Auch noch Bundeswehr-Soldaten vor Ort

Das Abkommen soll nicht nur den Abzug von Truppen, sondern auch innerafghanische Friedensgespräche einleiten. Washington plant eine Unterzeichnung für den 29. Februar. Man sei einem Abkommen "ziemlich nah" und es herrsche weniger Gewalt, sagte Trump. Mit Blick auf ein mögliches Abkommen sagte er: "Jeder freut sich darüber, sogar Leute, die normalerweise gegen mich sind."

Im vergangenen Jahr sind mehr als 10.000 Zivilisten in Afghanistan Opfer der andauernden Konflikte und Anschläge geworden. Mehr als 3400 Bürger starben und knapp 7000 weitere wurden 2019 verletzt, wie die UN-Mission in Afghanistan (Unama) in einem am Samstag veröffentlichten Bericht mitteilte. Damit gab es bereits im sechsten Jahr in Folge mehr als 10.000 Opfer in dem umkämpften Staat.

Im Vergleich zum Jahr 2018 sank die Opferzahl jedoch leicht. Dem Bericht zufolge geht eine Mehrheit von rund 62 Prozent der Opfer auf das Konto militanter Gruppen wie der Taliban oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Etwas mehr als jedes vierte zivile Opfer wurde in Angriffe von Pro-Regierungs-Truppen verwickelt.

Im afghanischen Masar-i-Sharif sind derzeit noch deutsche Soldaten stationiert. Ende vergangenen Jahres hieß es, das Kontingent von 1300 Mann werde derzeit nicht voll ausgeschöpft - es seien 1180 Bundeswehrangehörige vor Ort. Als im vergangenen Herbst ein Abkommen zwischen den USA und den Taliban scheiterte, war bekannt geworden, dass im Falle eines Teilabzugs der Amerikaner auch die Bundeswehr einen Teil der Truppen abgezogen hätte.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa