Politik

"Wow, 1999 hat angerufen" Trump kassiert Spott und Häme für "Blog"

Von den meisten sozialen Netzwerken wurde er verbannt, also gründet Donald Trump kurzerhand seine eigene Twitter-ähnliche "Kommunikationsplattform". Darauf kann der ehemalige US-Präsident ohne Konsequenzen posten, was er will. Doch nicht nur deswegen erntet sein "Blog" eine Menge Spott.

Gewohnt hochtrabend hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump kurz nach seiner Verbannung von Twitter und Facebook angekündigt, seine eigene "Kommunikationsplattform" ins Leben zu rufen. Entsprechend gespannt blickten seine Kritiker wie Anhänger dem Tag entgegen, an dem sein hauseigener Twitter-Ersatz an den Start gehen würde. Dieser Tag ist inzwischen gekommen, mit "From the Desk of Donald J. Trump" erntet Joe Bidens Amtsvorgänger aber vor allem zwei Dinge: Hohn und Spott.

"SPOILER: Diese 'neue Kommunikationsplattform' ist eine 'Webseite'", stellt ein Twitter-User etwa fest. Überhaupt wundert man sich dort, wie modern Trump ist. "Wow, 1999 hat angerufen" und hätte gerne seine Webseite zurück. Und ganz im Sinne von Trumps liebsten Spruch heißt es andernorts: "Make MySpace Great Again!"

Die simple Form der Seite weckt in manchen auch die nicht ganz legale Frage, wie komplex dann die Sicherheitsvorkehrungen wohl sein könnten: "Wie schwer es wohl für einen unternehmungslustigen Hacker wäre, ein bisschen Spaß mit dieser Seite zu haben?"

"74-jähriger Mann startet einen Blog"

Für manche kommt die Seite einer Breaking News gleich: "74-jähriger Mann startet einen Blog" - ein Bild vom wütenden Abraham "Grandpa" Simpson darf da natürlich nicht fehlen.

In Anlehnung an Trumps umfangreiche Twitter-Vergangenheit schreibt ein anderer: "Es ist also im Grunde ein Blog für jemanden, dessen Gedanken nur 280 Zeichen lang sind."

Der Grundtenor: Wieder einmal hat Donald Trump große Töne gespuckt und wieder einmal war es nur heiße Luft. Aber wie schreibt ein Twitter-Nutzer so treffend: "Menschen nennen zwei Dosen und eine lange Schnur ja auch Telefon."

Der ganz große Aufwand scheint jedenfalls nicht in die Webseite geflossen zu sein: "Mein siebenjähriger Sohn könnte einen Konkurrenzblog zu dem von Trump erstellen. Aber auf seinem wäre es wenigstens erlaubt, dass die Leute Kommentare posten können."

Bei allem Spaß muss aber auch festgehalten werden, dass Trump durch "From the Desk of Donald J. Trump" nun wieder die Möglichkeit hat, seine Botschaften über Facebook und Twitter zu verbreiten. Denn für beide Plattformen sind zu jedem einzelnen von Trumps Beiträgen Share-Buttons eingefügt worden. Statt diese also selbst zu twittern, lässt er sie künftig retweeten - und genug treue Mitglieder hat seine Gefolgschaft nach wie vor.

Quelle: ntv.de, lri/spot

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