Politik

Streit um Huawei eskaliert Trump rastet bei Telefonat mit Johnson aus

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Dicke Luft wegen Huawei zwischen Donald Trump (li.) und Boris Johnson.

(Foto: imago images/i Images)

Großbritannien will den chinesischen Telekomkonzern Huawei am 5G-Ausbau beteiligen - zum großen Unmut der USA. Zwischen US-Präsident Trump und Premier Johnson kommt es sogar zu einem lautstarken Telefonat, berichtet eine britische Zeitung. Für Großbritannien könnten noch weitere Probleme folgen.

Bei einem Telefongespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem britischen Premier Boris Johnson soll es laut geworden sein, berichtet die "Financial Times". Das Thema der Unterhaltung war demnach die Entscheidung der Briten, dass der chinesische Telekomriese Huawei sich am 5G-Ausbau in Großbritannien beteiligen darf.

Bereits kurz nach der Entscheidung Ende Januar war eine ablehnende Reaktion Trumps befürchtet worden. Denn dieser wirft dem größten Netzwerkausrüster und zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt Spionage vor. Die Vereinigten Staaten hatten ihre Verbündeten aufgefordert, nicht mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten. Der chinesische Netzwerkausrüster wies die Spionagevorwürfe stets zurück.

Bereits in der vergangenen Wochen, nicht lange nach der Ankündigung der Briten zu Huawei, war es zu dem Telefonat zwischen Trump und Johnson gekommen. Damals hatte das Weiße Haus schlicht mitgeteilt, dass es dabei auch um Telekommunikationssicherheit gegangen sei. Laut "Financial Times" sprachen Zeugen des Anrufs nun davon, dass Trump "rasend vor Wut" gewesen sei. Der US-Präsident hätte seine Ansichten in "wütenden Begriffen" zum Ausdruck gebracht.

Ein weiterer Zeuge des Anrufs bezeichnete das Gespräch zwischen den beiden Regierungschefs laut dem Bericht als "sehr schwierig". Britische Regierunsmitarbeiter, welche über den Inhalt des Telefonats Bescheid wissen, berichteten, dass sie erstaunt gewesen seien über die Gewalt von Trumps Worten gegenüber Johnson.

Streit könnte Handelsabkommen belasten

Ein möglicher Streit zwischen den USA und Großbritannien über die Huawei-Frage hat eine erhebliche politische Dimension. Großbritannien hofft auf ein lukratives Handelsabkommen mit den USA nach dem Austritt aus der Europäischen Union. Der Streit um Huawei könnte die Verhandlungen erheblich belasten. Eine mögliche Beteiligung von Huawei am 5G-Ausbau in Großbritannien war unter anderem auch in Johnsons Konservativer Partei auf Widerstand gestoßen.

Auch in Deutschland wird seit Monaten darüber diskutiert, ob Huawei vom 5G-Ausbau in Deutschland ausgeschlossen werden soll. Die Bundesregierung hat sich anders als die USA gegen einen Ausschluss von Huawei ausgesprochen und will stattdessen strikte Sicherheitsstandards für alle Anbieter. Dagegen gibt es in den Regierungsfraktionen Widerstand.

Quelle: ntv.de, kst