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25 Jahre nach Solingen-Anschlag Türkei besorgt über Fremdenfeindlichkeit

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Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wird am Dienstag in Solingen erwartet.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Fünf Menschen sterben, als auf das Wohnhaus einer türkischen Familie ein Brandanschlag verübt wird. 25 Jahre später sind die Ereignisse in Solingen nicht vergessen. Die Türkei sieht heutzutage eine zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.

Die Türkei hat sich 25 Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag von Solingen besorgt über die zunehmende Fremdenfeindlichkeit geäußert. Das türkische Außenministerium erklärte anlässlich des 25. Jahrestags des Anschlags, es sehe "mit Sorge, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamfeindlichkeit zunehmen, obwohl ein Vierteljahrhundert seit der Tragödie von Solingen vergangen ist".

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Bei dem Anschlag auf das Haus einer türkischstämmigen Familie in Solingen starben fünf Menschen.

(Foto: picture alliance / Franz-Peter T)

Das Ministerium forderte "effektive Maßnahmen" gegen Rassismus, Diskriminierung und Islamfeindlichkeit und mahnte deutsche Politiker und Medien, eine "zurückhaltende Wortwahl" zu benutzen. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wird am Dienstag in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf und in Solingen an Gedenkfeiern für die Opfer des fremdenfeindlichen Anschlags teilnehmen.

Bei dem Anschlag Rechtsextremer auf das Solinger Wohnhaus der türkischstämmigen Familie Genc waren am 29. Mai 1993 fünf Mädchen und Frauen ums Leben gekommen. Die vier Täter wurden 1995 vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, die sie inzwischen verbüßt haben. Der Anschlag erfolgte inmitten einer hitzigen Debatte um Flüchtlinge, die in einer Verschärfung des Asylrechts mündete.

Die Teilnahme von Cavusoglu an den Gedenkfeiern sorgte im Vorfeld für Debatten, da er mitten in den Wahlkampf in der Türkei fällt. Die Bundesregierung hat Auftritte ausländischer Politiker verboten, wenn sie drei Monate vor Wahlen erfolgen. Der türkische Außenminister wird bei seinem Besuch auch seinen deutschen Kollegen Heiko Maas und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet treffen. Bei der Gedenkfeier in Düsseldorf wird Bundeskanzlerin Angela Merkel als Rednerin erwartet. Bei der Veranstaltung in Solingen will unter anderem Maas sprechen.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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