Politik

Spannungen im Meer vor Taiwan US-Kriegsschiffe kreuzen vor China

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Symbolische Präsenz vor der chinesischen Küste: Der Lenkwaffenzerstörer "USS Preble" (Archivbild).

(Foto: U.S. Navy)

Eine militärische Machtdemonstration droht die angespannten Beziehungen zwischen China und den USA zusätzlich zu belasten. Nach den Sanktionen gegen Huawei und andere chinesische Firmen lenkt Washington die Aufmerksamkeit Chinas auf die Straße von Taiwan.

Mitten im Handelsstreit mit China haben zwei US-Kriegsschiffe die Meerenge zwischen Taiwan und dem Festland durchquert. Der Zerstörer "USS Preble" und der Flottenöltanker "USNS Walter S. Diehl" hätten das Seegebiet passiert, sagte ein Militärsprecher. Die Passage der beiden Schiffe verdeutliche das Bekenntnis der USA zu einem freien und offenen indopazifischen Ozean.

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Die symbolische Durchfahrt von US-Kriegsschiffen sind in diesen Gewässern nicht ungewöhnlich. In unregelmäßigen Abständen entsendet das Pentagon eigene Einheiten in die Straße von Taiwan, um auf die Bedeutung eines freien und ungehinderten Seeverkehrs hinzuweisen. Durch die Meerenge verlaufen wichtige Schifffahrtsrouten, die unter anderem auch zur Versorgung der von China nicht anerkannten Republik Taiwan sowie Japans und Südkoreas dienen.

Der Schritt stieß in China nicht nur auf die übliche Kritik. Die chinesische Staatszeitung "China Daily" warnte ausdrücklich vor der Gefahr von Missverständnissen. Angesichts der angespannten Lage könne es keine Garantie geben, dass die Präsenz der US-Schiffe vor Chinas Haustür nicht einen militärischen Konflikt entzünden würde, hieß es in einem Kommentar.

Geopolitischer Brennpunkt

Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan, das frühere Formosa, als abtrünnige Provinz. Die Machthaber in Peking arbeiten daraufhin, die Inselrepublik international zu isolieren. Wichtigste Schutzmacht Taiwans sind die USA.

Die USA unterhalten keine offiziellen Beziehungen zu Taiwan, unterstützen die von China beanspruchte Insel aber unter anderem mit Waffen. Seit 2010 wurden nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums Rüstungsgüter im Wert von 15 Milliarden Dollar nach Taiwan geliefert. Die symbolische Präsenz der US-Kriegsschiffe dürfte in Taiwan als Zeichen der Unterstützung gewertet werden.

In den chinesisch-amerikanischen Beziehungen gilt Taiwan als wichtiger Belastungsfaktor - unabhängig von dem von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelsstreit, den neuen US-Sanktionen im Technologiesektor und dem militärischen Expansionsstreben der Volksrepublik China im Südchinesischen Meer.

Quelle: n-tv.de, mmo/lwe/rts

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