Politik

Erdbebenhilfen und Frauenrechte US-Vertreter sprechen persönlich mit Taliban

6dc88100089ec87c0d98f4d55b4f6b5c.jpg

Besonders im Fokus: Mädchen und Frauen.

(Foto: AP)

Die USA sagen Afghanistan nach dem verheerenden Erdbeben 55 Millionen Dollar zu. Allerdings beklagen sie bei der humanitären Hilfe eine zunehmende Einmischung der Taliban. Bei einem Treffen mit diesen prangern die Amerikaner zudem die Benachteiligung von Frauen und Mädchen an.

Die USA und die in Afghanistan herrschenden Taliban haben in der katarischen Hauptstadt Doha Gespräche über Erdbebenhilfen, eingefrorene Milliarden der afghanischen Zentralbank und Frauenrechte geführt. Das US-Außenministerium erklärte, die US-Vertreter hätten bei den Gesprächen eine Zusage über 55 Millionen Dollar (53 Millionen Euro) an Hilfen nach dem schweren Erdbeben in Afghanistan vom Juni mit mehr als tausend Toten bekräftigt.

Zugleich zeigten sich die USA "besorgt über eine zunehmende Beeinträchtigung durch die Taliban bei der Auslieferung von humanitärer Hilfe". Sie prangerten auch eine mangelnde "Transparenz" an. Die US-Vertreter sprachen bei dem Treffen, das am Mittwoch und Donnerstag stattfand, außerdem die Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan an, wie das Außenministerium erklärte. Mädchen sollten in die Schule zurückkehren dürfen. Frauen sollten arbeiten und sich "frei bewegen und ausdrücken" dürfen. Nach der Schließung weiterführender Schulen für Mädchen in Afghanistan hatten die USA im März geplante Gespräche mit den Taliban in Doha abgesagt.

Ein Thema bei den nun erfolgten Gesprächen waren auch 3,5 Milliarden Dollar der afghanischen Zentralbank, die in den USA eingefroren sind. Nach der Machtübernahme der Islamisten nach dem westlichen Truppenabzug aus Afghanistan im Sommer 2021 hatte die internationale Staatengemeinschaft ihre Hilfen für das Land auf Eis gelegt. Die US-Regierung fror zudem sieben Milliarden Dollar der afghanischen Zentralbank ein, die in den USA gelagert sind.

Die Hälfte davon soll der Not leidenden afghanischen Bevölkerung zugutekommen. Allerdings wollen die USA sicherstellen, dass das Geld auch wirklich bei der Bevölkerung ankommt. Die US-Regierung hatte im Februar angekündigt, dass die andere Hälfte der eingefrorenen Zentralbankgelder für Angehörige von Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 zurückgehalten werden soll.

Quelle: ntv.de, chl/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen