Politik

Litauen hofft auf Luftabwehr USA verlegen Soldaten nach Polen

Die Nato stärkt ihre östliche Flanke, die USA schicken 1000 Soldaten nach Polen. Aber auch die baltischen Staaten sehen sich von Russland bedroht. Litauen bittet um Unterstützung bei Luftverteidigung und -abwehr.

Zur Abschreckung Russlands versetzen die USA im April rund 1000 Soldaten an die Ostflanke der Nato nach Polen. Dies teilte das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa in Wiesbaden mit. Ab Ende März werden demnach die Verbände einschließlich zahlreicher Fahrzeuge nach Orzysz im Nordosten Polens geschickt. Dabei durchqueren sie Deutschland und Tschechien.

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Ein US-Soldat im Gespräch mit polnischen Armeeangehörigen bei einer Nato-Übung in Polen.

(Foto: picture alliance / Marcin Bielec)

Beim Nato-Gipfel im vergangenen Juli war beschlossen worden, mehrere Tausend Soldaten nach Polen und in die baltischen Staaten Litauen, Estland und Lettland zu schicken - alles Nachbarländer Russlands, die sich bedroht fühlen. Die Bundeswehr ist bereits in Litauen und führt dort einen Nato-Verband an. Weitere Führungsnationen sind die USA in Polen, Großbritannien in Estland und Kanada in Lettland.

Allerdings hofft Litauen auf weitere militärische Unterstützung der USA und eine Stärkung der Nato-Ostflanke. Diese Erwartung äußerte Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite bei einem Treffen der drei baltischen Staatschefs mit US-Vizepräsident Mike Pence am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, wie Grybauskaite der Agentur BNS sagte.

Nach Ansicht der Staatschefin seien die Beschlüsse von 2016 "nicht länger ausreichend". Nötig sei, den Entscheidungsprozess in der Nato zu beschleunigen. "Es ist auch entscheidend zu berücksichtigen, dass die Nato und die US-Truppen weitgehend in Westeuropa konzentriert sind statt an den riskantesten östlichen Grenzen", sagte Grybauskaite.

Von den Vereinigten Staaten versprechen sich Litauen, Estland und Lettland zudem Unterstützung bei der Luftverteidigung und Flugabwehr. "Eine direkte Beteiligung der USA ist notwendig", sagte Grybauskaite.

Die Nato verfolgt eine Doppelstrategie gegenüber Russland. Auf der einen Seite will sie zur Abschreckung ihre militärische Stärke durch Truppenstationierungen und Manöver in den östlichen Bündnisstaaten zeigen. Andererseits will sie den Gesprächsfaden mit Moskau nicht abreißen lassen.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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