Politik

"Nukleare Erpressung" USA weisen iranische Drohung zurück

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Eine Entspannung im Iran-Konflikt ist derzeit nicht absehbar.

(Foto: REUTERS)

Die Vermittlungsmission von Außenminister Maas in Teheran scheint nicht gefruchtet zu haben: Der Ton im Konflikt zwischen den USA und dem Iran bleibt scharf und unnachgiebig. Maas warnt deshalb mit eindringlichen Worten.

Die USA haben Drohungen des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif bei einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas zurückgewiesen. "Wir sind nicht beeindruckt", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus. Drohungen mit "nuklearer Erpressung" auszusprechen und "andere Länder zu terrorisieren" sei "typisches Verhalten des revolutionären Regimes in Teheran". Der Iran habe die Wahl: Er könne sich wie ein "normales Land" verhalten oder dabei zusehen, wie seine Wirtschaft zugrunde gehe.

Sarif hatte bei einem Treffen mit Maas in Teheran den USA vorgeworfen, einen "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran zu führen. Die Unterstützer dieses Krieges könnten nicht erwarten, "sicher zu bleiben", warnte er.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai 2018 einseitig den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran erklärt und neue Finanz- und Handelssanktionen verhängt. Teheran drohte später, bestimmte Auflagen des Vertrags nicht mehr zu erfüllen, sollten die anderen Vertragspartner Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China ihm nicht entgegenkommen.

Maas: "Gefahr für den Weltfrieden"

Maas warnte indes eindringlich vor einer militärischen Eskalation durch weitere Spannungen. "Die Lage in der Region, in der wir uns hier befinden, ist hochbrisant, und sie ist außerordentlich ernst", sagte der SPD-Politiker. "Das kann in niemandes Interesse sein, und deswegen muss das unter allen Umständen vermieden werden."

Nach Maas' Ansicht stecken zudem die Bemühungen um nukleare Abrüstung und Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen in der Krise. "Das ist eine Gefahr für den Weltfrieden. Wir müssen dem Negativtrend etwas entgegensetzen", erklärte der SPD-Politiker vor einem Treffen von 18 Außenministern in Stockholm. Eingeladen zu dem Meinungsaustausch hat das schwedische Außenministerium neben Maas die Chefdiplomaten aus Argentinien, Äthiopien, Finnland, Indonesien, Japan, Jordanien, Kanada, Kasachstan, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, der Schweiz, Spanien und Südkorea. Keines der Länder besitzt Atomwaffen. Konkrete Beschlüsse wurden nicht erwartet. "Es ist gut, dass heute in Stockholm viele Staaten zusammenkommen, die den Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag erhalten und stärken wollen", betonte Maas.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

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