Politik

Nach Regierungsangaben Über 130 Zivilisten sterben bei Angriffen in Mali

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Die europäische Ausbildungsmission EUTM für malische Streitkräfte wird in Zukunft weitgehend gestoppt (Foto aus dem Jahr 2019).

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einer Reihe von Angriffen kommen im westafrikanischen Mali mehr als 130 Menschen ums Leben. Die Militär-Regierung macht eine islamistische Miliz mit Verbindungen zur Terrorgruppe Al-Kaida verantwortlich. Behördenvertreter beschreiben ein Massaker.

Mehr als 130 Zivilisten sind nach Angaben der malischen Regierung bei Angriffen extremistischer Milizen in mehreren Orten im Zentrum des westafrikanischen Landes getötet worden. "Die Gesamtzahl der Opfer beläuft sich auf 132 Zivilisten", teilte die Regierung in Bamako mit.

Die Angriffe hätten sich demnach in Diallassagou und zwei umliegenden Städten bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag ereignet. Malis Regierung machte Kämpfer einer islamistischen Miliz mit Verbindung zur Terrororganisation Al-Kaida für die Attacken verantwortlich. Sie soll nach UN-Angaben auch für Dutzende Anschläge und Hinterhalte gegen malische Soldaten verantwortlich sein.

Örtliche Behördenvertreter berichteten von einem regelrechten Massaker mit systematischen Tötungen Dutzender Zivilisten. "Sie haben auch Hütten und Häuser niedergebrannt und Vieh gestohlen - es herrscht wirklich Anarchie", sagte ein Behördenvertreter, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Die genaue Zahl der Toten werde demnach noch ermittelt.

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Nouhoum Togo, Vorsitzender einer Partei in der nahegelegenen Stadt Bankass, berichtete, dass es bei Armee-Einsätzen in der Gegend vor zwei Wochen zu Zusammenstößen mit Dschihadisten gekommen sei. Daraufhin seien die Extremisten auf mehreren Dutzend Motorrädern zurückgekommen, um sich an der Bevölkerung zu rächen. Ihm zufolge ereigneten sich die Angriffe bereits am Freitag.

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem bisher letzten Putsch im vergangenen Mai wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt, die enge Beziehungen zu Russland pflegen soll. Dem Krisenstaat machen seit Jahren islamistische Terrorgruppen zu schaffen. Die Militärjunta hat Wahlen bis Ende März 2024 versprochen. Die Bundeswehr ist weiterhin in Mali präsent. Sie ist an der UN-Friedensmission MINUSMA beteiligt. Die europäische Ausbildungsmission EUTM wird in Zukunft jedoch weitgehend gestoppt.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/AFP

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