Politik

Neues Detail aus Geständnis Verdächtiger: Lübcke-Mord war "ein Fehler"

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Stephan E. hat gestanden, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Anfang Juni erschossen zu haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer mehr Fakten zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke werden bekannt: So nennt der mutmaßliche Täter Stephan E. den Mord einen "Fehler", heißt es in einem Medienbericht. Zugleich gibt er in seinem Geständnis an, den Plan dazu schon länger gehegt zu haben.

Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Anfang Juni schlägt wegen des mutmaßlich rechtsextremistischen Motivs des Täters weiter hohe Wellen. Allerdings scheint der geständige Stephan E. mittlerweile nicht mehr von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt. Der Mord an dem Politiker sei vielmehr "ein Fehler" gewesen, soll er in seinem umfassenden Geständnis gesagt haben, berichtet der "Spiegel".

Auch will Stephan E. schon seit Längerem geplant haben, Lübcke zu töten, heißt es weiter. Generalbundesanwalt Peter Frank hatte am Mittwoch das Geständnis von Stephan E. öffentlich gemacht. Der Verdächtige bezeichnete sich demnach als Einzeltäter. Stephan E. war in der Vergangenheit vom Verfassungsschutz als gewaltbereiter Rechtsextremist eingestuft worden.

Mittlerweile sind zwei weitere Männer in Untersuchungshaft genommen worden, über die sich der mutmaßliche Täter Stephan E. die Tatwaffe besorgt haben soll. Gegen Elmar J. und Markus H. sei am Donnerstagabend wegen Beihilfe zum Mord Haftbefehl erlassen worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Festnahmen gehen den Ermittlern zufolge auf das Geständnis von Stephan E. zurück, der die beiden Männer bei seiner Aussage belastet haben soll. Anhaltspunkte, dass die beiden von den konkreten Anschlagsplänen Kenntnis gehabt hätten oder darin eingebunden gewesen seien, gebe es bisher aber nicht.

Geständnis führte auch zu Waffenversteck

Laut NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hatte E. in seinem Geständnis zudem offengelegt, dass er über zahlreiche Waffen verfüge - neben der Tatwaffe auch über eine Pump-Gun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi samt Munition. Dem Bericht zufolge handelt es sich um fünf Waffen. Diese fanden die Ermittler in einem Erddepot, das E. auf dem Gelände seines Arbeitgebers angelegt haben soll.

Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses in Nordhessen mit einem Kopfschuss getötet worden. Der langjährige hessische CDU-Landtagsabgeordnete leitete als politischer Spitzenbeamter das Regierungspräsidium, eine Art Mittelbehörde zwischen Land und Kommunen. Er hatte Morddrohungen erhalten, nachdem er sich 2015 auf einer Informationsveranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen gegen Schmährufe gewehrt und gesagt hatte, wer die Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne Deutschland verlassen.

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Quelle: n-tv.de, kst/dpa/AFP

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