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Pumpgun, Uzi und Munition Polizei stellt Waffen im Fall Lübcke sicher

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Neue Erkenntnisse im Mordfall Lübcke: Der Tatverdächtige Stephan E. hatte Zugriff auf ein größeres Waffenarsenal.

(Foto: dpa)

Bei den Ermittlungen zum Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke stoßen die Behörden auf ein umfangreiches Waffendepot von Stephan E. Die Hinweise auf das Versteck stammen aus dem Geständnis des Tatverdächtigen. Die Polizei nimmt zwei weitere Männer fest.

Wie kam der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke an die Tatwaffe? Bei den Ermittlungen zum gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten haben die Behörden einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge zwei weitere Verdächtige festgenommen und wichtige Beweismittel gesichert. Die Bundesanwaltschaft bestätigte in einer ersten Stellungnahme zunächst nur, dass es zwei weitere Festnahmen gab.

Ausgangspunkt der neuen Durchsuchungen, die sich nach Informationen von NDR, WDR und SZ vor allem gegen die beiden neuen Verdächtigen richteten, war offenbar das überraschende Geständnis des bisherigen Haupttatverdächtigen. Stephan E. soll dabei unter anderem auch eingeräumt haben, dass er Zugriff auf "zahlreiche Waffen" hatte.

E. nannte demnach auch Details, wie genau er sich die Waffen beschafft haben will und wo er sie versteckt hielt. Die beiden Festgenommenen sollen dem mutmaßlichen Täter die Waffen vermittelt beziehungsweise verkauft haben. Details dazu stehen noch aus. Ein Sprecher der im Fall Lübcke ermittelnden Sonderkommission erklärte auf Anfrage: "Wir bestätigen, dass es an verschiedenen Orten polizeiliche Maßnahmen gegeben hat."

In einem Erddepot, das E. auf dem Gelände seines Arbeitgebers angelegt haben soll, stießen die Ermittler dem Bericht zufolge unter anderem auf eine sogenannte Pumpgun, eine Maschinenpistole vom Typ "Uzi" sowie auf größere Mengen an Munition. "Insgesamt handelt es sich um fünf Waffen", berichtet die SZ. Stephan E. gab demnach an, Teile seines Waffenarsenals bereits 2014 gekauft zu haben. Die Tatwaffe will er sich im Jahr 2016 beschafft haben.

Beihilfe zum Mord? Zwei Männer unter Verdacht

Der Mann, der die Waffen vermittelt haben soll, soll aus Kassel stammen. Der mutmaßliche Waffen-Verkäufer - ein Mann aus Nordrhein-Westfalen - sei ebenfalls festgenommen worden, berichtete die Zeitung. Der Generalbundesanwalt habe seine Ermittlungen ausgeweitet und prüfe, ob auch die beiden Männer im Zusammenhang mit der Beschaffung der Tatwaffe wegen Beihilfe zum Mord angeklagt werden müssten.

"Ob sie über einschlägige Verbindungen in die rechtsextremistische Szene verfügen, ist bisher nicht bekannt", schreibt das Blatt. Zumindest bei dem Vermittler soll es aber Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund geben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien NS-Devotionalien sichergestellt worden, heißt es.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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