Politik

500.000 Tests pro Woche Virologe Drosten erklärt niedrige Todesfallzahl

Die drastischen Ausgangsbeschränkungen in Deutschland könnten sich nach Ansicht von Virologe Christian Drosten bald auch in den Infektionszahlen - also im Abflachen der Kurve - widerspiegeln. Die Rückkehr zum Normalzustand müsse dann stufenweise erfolgen.

Die vergleichsweise niedrige Zahl der Toten in Deutschland geht laut Virologe Christian Drosten auf die Vielzahl an Tests zurück. In Deutschland würden derzeit pro Woche 500.000 Corona-Tests durchgeführt, sagte Drosten in Berlin. Zudem habe Deutschland früher als andere von der Pandemie betroffene Länder angefangen zu testen. "Der Grund, warum wir so wenige Todesfälle haben gegenüber der Zahl der Infizierten, ist hinreichend damit zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik machen", so Drosten.

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens sollten dem Virologen zufolge zu einem geeigneten Zeitpunkt stufenweise aufgehoben werden. "Natürlich muss man da raus", sagte Drosten in Berlin, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Es müsse geklärt werden, wo und für wen dies zuerst gelten solle. Hier sei die Wissenschaft gefragt; es brauche Modellvorhersagen. Risikogruppen wie ältere Menschen einfach zu isolieren, funktioniere aber nicht.

Drosten geht davon aus, dass sich die Beschränkungen des öffentlichen Lebens bald auch in den Infizierten-Zahlen bemerkbar machen. Es sei zu hoffen, dass der jüngste Trend mit immer mehr neuen Fällen jeden Tag langsam abgemildert werden könne. Das könne womöglich in den nächsten Tagen ablesbar sein.

Die Zahl der neu entdeckten Coronavirus-Infektionen bewegt sich in Deutschland weiter nach oben. Die Gesamtzahl der erfassten Sars-CoV-2-Infektionen erhöhte sich auf Basis der von ntv.de ermittelten Daten aus den einzelnen Bundesländern auf insgesamt 39.323 Fälle. Das sind gut 2300 mehr Infizierte als 24 Stunden zuvor am Mittwochmorgen.

Quelle: ntv.de, mba/rts