Politik

Brinkhaus im "ntv Frühstart" "Wir haben noch zu viel Mobilität im Land"

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sieht keine Alternative zu den aktuell geltenden strengen Corona-Maßnahmen. Dafür seien die Infektionszahlen noch zu hoch. Zudem appelliert er an die Kultusminister der Länder, über eine Verkürzung der Sommerferien nachzudenken.

Eine Debatte um Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen hält der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus für verfrüht und gefährlich. "Wir haben jetzt monatelang immer mehr über Lockerungen gesprochen als über die Einhaltung der Regeln, die wir uns selbst gegeben haben", sagte Brinkhaus im "Frühstart" von ntv. "Deswegen bin ich sehr vorsichtig, über Lockerungen zu sprechen."

Trotz der weiter steigenden Infektionszahlen gebe es im Moment keine Alternative zum Lockdown, sagte der Unionspolitiker. "Der Plan B ist auch der Plan A: dass wir weiter Kontaktbeschränkungen haben, dass wir Mobilität einschränken. Wir haben noch viel zu viel Mobilität im Land."

Wenn man die Regelungen konsequent durchhalte, gebe es in Verbindung mit den Impfungen und der wärmeren Jahreszeit in ein paar Monaten eine "ganz gute Perspektive", so Brinkhaus. Allerdings seien die Alten- und Pflegeheime weiterhin "die Hotspots". "Das muss uns auch wirklich berühren, dass dort so viele Menschen sterben", erklärte Brinkhaus.

Er hält es zudem für sinnvoll, dass Schülerinnen und Schüler im Sommer den Lernstoff nachholen, der in den vergangenen Monaten aufgrund von Distanzunterricht verpasst wurde. Die Schulminister sollten "ganz ruhig darüber nachdenken, ob man insbesondere im Sommer die Ferien nicht auch verkürzen kann", sagte Brinkhaus. "Das Entscheidende für das Leben ist doch nicht, ob ich drei Wochen länger Ferien habe oder nicht."

Es solle zwar weiterhin möglich sein, in den Urlaub zu fahren, sagte Brinkhaus, das könne man aber auch in verkürzten Ferien tun. "Ehrlich gesagt: Wer fährt sechs Wochen in den Urlaub? Die meisten können sich das nicht leisten."

Einheitlicher Impfpass für Reisen?

Damit Geimpfte innerhalb Europas problemlos verreisen können, hatte Griechenland von der EU zuletzt einen einheitlichen Impfpass gefordert, der in allen Mitgliedstaaten akzeptiert wird. Brinkhaus hält es zumindest für "fair", bei geimpften Reisenden in der EU eine Risikoeinschätzung vorzunehmen.

Wenn jemand aus einem stark belasteten Corona-Gebiet wie Frankreich komme, "dann möchte ich natürlich wissen, welches Risiko der nach Deutschland mitbringt", sagte Brinkhaus. Wer geimpft sei, bringe ein "geringeres Risiko" nach Deutschland. "Es macht schon Sinn, den anders zu behandeln als jemanden, der nicht geimpft ist", sagte er.

Quelle: ntv.de, psa

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