Politik

Giffey im "ntv Frühstart" "Wir müssen die Impfskeptiker stärker ansprechen"

Noch läuft die Impfkampagne auf Hochtouren, doch schon bald würden Impfwillige fehlen, warnt Ex-Familienministerin Giffey. Sie fordert mehr Werbung für den Piks. Sie stellt zudem ein Ende der Corona-Regeln in Aussicht.

Die Berliner SPD-Spitzenkandidatin und Ex-Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert mehr Anstrengungen, um bislang skeptische Bürger davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Im Moment warteten zwar noch viele Impfwillige auf Termine, bald aber würden sie alle geimpft sein. "Und dann kommen wir an den Punkt, wo wir auch diejenigen noch stärker ansprechen müssen, die noch überlegen, die noch eher ablehnend sind oder die sagen, ich bin da noch nicht so richtig informiert drüber", sagte Giffey im "Frühstart" bei ntv. Es sei jetzt Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit nötig.

Zur Frage, ob mehr Kinder schon jetzt Impfungen bekommen sollten, verwies Giffey darauf, dass die Ständige Impfkommission dies zunächst nur für Kinder mit Vorerkrankungen empfehle. Sie erwartet zunächst vor allem von den Eltern, sich den Piks zu holen. "Ganz klare Aufforderung und Bitte an alle Erwachsenen: Sobald es Ihnen möglich ist, lassen Sie sich impfen. Damit schützen Sie auch Ihre Kinder."

Die SPD-Politikerin brachte zudem ein Ende aller Corona-Maßnahmen ins Spiel. Dafür brauche man eine "sehr gute" Durchimpfungsrate unter Erwachsenen. "Die ist bei 60 oder über 60 Prozent erreicht." Sehr bald werde man schon an dieser Marke sein. "Je mehr Menschen geimpft sind, desto sicherer sind wir, desto eher können auch Öffnungsschritte erfolgen." Man müsse aber auch die Inzidenz und die Belegung der Intensivbetten miteinbeziehen, so Giffey.

Alle Maßnahmen sofort aufzuheben, lehnt sie ab. "Schritt für Schritt muss es zu Lockerungen kommen." Wenn sie in Berlin U-Bahn fahre, sei sie froh, dass alle noch Masken tragen. Angesichts niedriger Inzidenzen aber seien schon noch mehr Freiheiten denkbar. "Ich denke, dass wir schon über weitere Schritte zur Rücknahme von Kontaktbeschränkungen sprechen müssen."

Bürgermeisterin will Giffey auch ohne Doktortitel werden

Mitte Mai war Giffey als Bundesfamilienministerin zurückgetreten, weil sich eine Aberkennung ihres Doktortitels durch die Freie Universität Berlin abzeichnete. Inzwischen ist ihr der Titel auch offiziell entzogen worden. Als Spitzenkandidatin der SPD für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin aber will sie weiter antreten. Giffey verteidigte diese Entscheidung bei ntv. Sie habe immer gesagt, als Ministerin die Konsequenzen zu ziehen, sollte der Doktortitel wegfallen, weil sie unter anderen Voraussetzungen - eben mit dem Titel - ins Amt gekommen sei. "Ich habe aber auch gesagt, ich gebe in Berlin mein Wort: Egal was passiert, ich stehe hier zur Verfügung, ich mache der Stadt ein Angebot. Und dazu stehe ich."

Die Fehler in ihrer Doktorarbeit bedaure sie, sagte Giffey. "Aber diese Fehler waren weder beabsichtigt noch geplant." Zur Frage, ob sie glaube, dass es den Berliner Bürgern egal sei, ob sie den Doktortitel habe oder nicht, sagte die SPD-Politikerin: "Ich glaube, die Berlinerinnen und Berliner wollen eine Führungskraft in dieser Stadt, die Erfahrung und Kompetenzen mitbringt und die auch ein klares Programm für die Stadt hat." Sie habe dieses Programm. "Die Wählerinnen und Wähler haben am 26. September die Entscheidung." Dann wird in Berlin, parallel zur Bundestagswahl, ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

Quelle: ntv.de, psc

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.