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Bayern Ehemalige Synagoge in Unterfranken öffnet als Lernort

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Gleusdorf/Würzburg (dpa/lby) - Es ist kein prachtvolles Gebäude, es ist eher unscheinbar - und doch zeugt es von einem bewegenden Kapitel der Geschichte des Judentums in Bayern: An diesem Sonntag (13. Juni) wird im unterfränkischen Gleusdorf (Landkreis Haßberge) die ehemalige Synagoge als Museum und Lernort wieder eröffnet. Die einstige Synagoge und ein benachbartes Gebäude sollen Einblicke gewähren in die Geschichte des Landjudentums in Franken.

Die jüdische Gemeinde in Gleusdorf existierte von Beginn des 16. Jahrhunderts bis 1909, die meisten Familien wanderten dann aus. Die Synagoge sei bis 2016 Privateigentum einer Gleusdorfer Familie gewesen, dann habe die Kommune sie kaufen können. Man habe die Synagoge als Kulturgut erhalten wollen, sagte Bürgermeister Helmut Dietz.

In seiner Gemeinde gibt es in Memmelsdorf noch eine weitere Synagoge. Die dortige jüdische Gemeinde wurde im Nationalsozialismus ausgelöscht. In Gleusdorf und Memmelsdorf könne man so zwei geschichtliche Phasen des Landjudentums in Franken abdecken, sagte Dietz weiter.

Zur Eröffnung der ehemaligen Synagoge Gleusdorf werden der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle, erwartet.

Nachdem im ausgehenden Mittelalter die Juden aus den großen Städten vertrieben wurden, konnten sie sich teilweise im ländlichen Franken ansiedeln. Vor allem in Unter- und Mittelfranken gab es zahlreiche Gemeinden. Die meisten lösten sich im 19. Jahrhundert wieder auf, als es Juden wieder möglich war, in größere Städte zu ziehen. Einige Gemeinden existierten noch bis zur NS-Zeit.

© dpa-infocom, dpa:210609-99-917140/2

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