Sport

"Eine großartige Zeit" ARD und Scholl beenden Zusammenarbeit

d1fb2916d6ab38616b327e08a27bc34d.jpg

Ausgepudert: Mehmet Scholl ist nicht länger Fußball-Experte der ARD.

(Foto: imago/MIS)

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Mehmet Scholl ist nicht länger Experte der ARD. Das berichtet die Sportschau. Beim Confed-Cup hatte es zwischen dem Sender und Scholl Ärger um einen Doping-Beitrag gegeben. Nun ist nach neun Jahren Schluss.

Die ARD und Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl gehen nun doch getrennte Wege. Beide Parteien einigten sich auf eine Vertragsauflösung, wie der Sender bekannt gab. Warum die Zusammenarbeit beendet wurde, wird nicht erklärt. "Ich bedanke mich für tolle und ereignisreiche Jahre als Experte bei der ARD, es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht", wird Scholl in der Sender-Mitteilung zitiert.

*Datenschutz

Für den Sender erklärte Sportkoordinator Axel Balkausky: "Wir bedanken uns bei Mehmet Scholl für die großartige Zeit mit einem meinungsstarken, streitbaren und originellen Experten, der unsere Sendungen extrem bereichert hat. Er hat den Zuschauern einen tiefen Einblick in den Fußball ermöglicht und sie bestens unterhalten."

Scholl war neun Jahre lang Fußballexperte im Ersten. Wegen seiner meist sympathisch flapsigen Art war er bei den Zuschauern beliebt. Zuletzt war es aber wegen der Doping-Berichterstattung während des Confed Cup in Russland zum Streit gekommen. Konkret war es vor den Halbfinalspielen zwischen Deutschland und Mexiko sowie Chile und Portugal um einen Bericht über Doping in der russischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM vor drei Jahren gegangen.

"Es hatte in dem Moment keine Relevanz"

Wie Scholl später im BR-Hörfunk betonte, habe das Thema für ihn "nichts in der Sendung verloren" gehabt. Es ging um die schweren Anschuldigungen gegen Russland, den Gastgeber der Mini-WM, die Deutschland am Ende gewann. "Es hatte in dem Moment überhaupt keine Relevanz", sagte Scholl, der die Sportschau deshalb quasi boykottiert hatte. Der Ex-Fußballer wollte lieber ein Gespräch über die Erfolge der verjüngten Auswahl des Weltmeisters führen. Als nicht auf ihn gehört wurde, habe er gesagt: "Ich gehe. Und dann bin ich gegangen." Im Anschluss wurde Scholl von Thomas Hitzlsperger ersetzt.

Unmittelbar nach der Mini-WM hatte es noch nicht nach Abschied ausgesehen. "Es ist alles prima zwischen der ARD und mir. Ich freue mich auf die WM 2018", hatte Scholl noch gesagt - allerdings bevor er sich im BR zu den Details äußerte. Dort wies er zudem die Anschuldigungen zurück, das Doping-Thema herunterspielen zu wollen. "So ein Käse. Doping ist das Schlimmste für den Sport, das macht den Sport kaputt, den Sportler kaputt, das macht die Glaubwürdigkeit kaputt. Ich habe da eine ganz klare Meinung, Doping muss ganz, ganz hart bestraft werden", sagte er.

Allerdings: Scholl hatte vor zweieinhalb Jahren bereits bei einer ARD-DFB-Pokal-Übertragung sonderbare Einlassungen zum Thema Doping gemacht. Er vertrat die Auffassung, dass die Einnahme von stimulierenden Mitteln im Fußball keinen positiven Effekt hätten: "Nimmst du was für die Kondition, wirst du langsamer."

Quelle: n-tv.de, tno/sid/dpa

Mehr zum Thema