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Arbeit von Kindheit beeinflusst Hansi Flick über Vater: "War nicht immer leicht"

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Flick umarmt Jamal Musiala vor dessen Einwechslung im WM-Qualifikationsspiel gegen Armenien am 5. September 2021.

(Foto: picture alliance/dpa)

Was einen Menschen erfolgreich und gut im Beruf macht, lässt sich oft auf Erfahrungen in der Kindheit zurückführen. Bundestrainer Hansi Flick erklärt in einem Interview, wie das eigentlich schwierige Verhältnis zu seinem Vater das hervorgebracht hat, was viele loben: seine Führungsqualitäten.

Vor den Nations-League-Länderspielen gegen Ungarn und England hat Fußball-Bundestrainer Hansi Flick in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung einen umfassenden Einblick in seine Führungsphilosophie gegeben, die spätestens seit dem Triple-Sieg mit dem FC Bayern als sein Erfolgsgeheimnis angesehen wird. "Ich bin nicht der Chef, der sagt: Hier, arbeitet mal schön für mich, und am Ende greife ich alles Lob ab. Das wäre mir zu billig, und das wäre auch nicht mein Weg", sagt Flick. Der Schlüssel zum Verständnis seiner Arbeit liegt nach eigener Aussage in seiner Kindheit und in dem durchaus komplizierten Verhältnis zu seinem Vater. "Ich bin meinem Vater sehr dankbar für alles, was er mir ermöglicht hat, und ich weiß ja auch, wie das gemeint war. Aber es war damals nicht immer leicht."

Weil er als Kind nie sicher sein konnte, wie sein Vater auf die nächste Enttäuschung reagieren würde, habe er früh "gelernt, auf Stimmungen zu achten. Vielleicht kommt es wirklich daher, dass ich Veränderungen sehr genau wahrnehmen kann". Flick glaubt, "dass mir dieses Gespür auch in einer Spielerkabine hilft. Ich bemühe mich, Konfliktfelder frühzeitig zu erkennen und auszuräumen". Auch deshalb sei er kein Freund davon, Spieler erst einmal zu kritisieren: "Ich zeige einem Spieler erst mal, was er toll gemacht hat. Es ist doch besser, erst Selbstvertrauen aufzubauen - dann kann man immer noch in die Details gehen, um Dinge zu verbessern."

Flick zur WM in Katar: "Nein!"

Außerdem spricht Flick über die umstrittene Weltmeisterschaft in Katar. Die Frage nach der Berechtigung dieses Turniers "hätte schon viel früher beantwortet werden müssen. Und zwar mit einem Nein!", erklärt der Bundestrainer. "Dass in Katar beim Thema Menschenrechte, beim Thema Nachhaltigkeit vieles nicht stimmt, ist ja offensichtlich." Das Thema Menschenrechte werde auch beim aktuellen Treffen der Nationalspieler "wieder auf der Tagesordnung stehen. Wir wollen uns breit informieren, aber unseren Spielern keine Antworten vorgeben".

Was die aktuellen Länderspiele in der Nations League betrifft, fordert Flick von seiner Mannschaft den Gruppensieg, "das ist ganz klar unser Ziel". Vor den letzten beiden Partien liegt die DFB-Elf hinter Ungarn auf Tabellenplatz zwei.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 19. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mpe

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