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Sieben Medaillen für Team DDeutsche Paralympics-Legende erlebt bittere Disqualifikation

08.03.2026, 16:51 Uhr
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Andrea Eskau bleibt fehlerfrei im Biathlon - und erlebt dann im Ziel eine Enttäuschung. (Foto: dpa)

Mit 54 Jahren ist Andrea Eskau noch immer eine der Top-Athletinnen im Biathlon und Langlauf. Bei ihren neunten Paralympics wird sie nun aber disqualifiziert. Besser läuft es für mehrere Teamkollegen.

Biathletin Anja Wicker hat bei den Paralympischen Winterspielen überraschend die Silbermedaille gewonnen. Nach Sprint-Bronze zum Auftakt war die 34-Jährige aus Stuttgart am zweiten Tag der Wettbewerbe im Einzel der sitzenden Startklasse über 12,5 Kilometer in Tesero nur von der Südkoreanerin Yunji Kim zu schlagen. Wenig später liefen Johanna Recktenwald und Marco Maier auf Rang drei. Es waren die Medaillen fünf bis sieben für das Team D.

Wicker leistete sich im ersten Schießen einen Fehler, startete dann aber eine Aufholjagd. Letztlich lag sie 12,8 Sekunden hinter Kim (38:00,01 Minuten/zwei Strafminuten), der sie umgehend im Zielbereich gratulierte. Die US-Topfavoriten, Weltmeisterin Kendall Gretsch (+36,0/1) und Peking-Siegerin Oksana Masters (+47,8/1), folgten auf den Rängen drei und vier.

"Ich bin super happy mit meinem Ergebnis", sagte Wicker, die ihre insgesamt fünfte Medaille bei Paralympics holte, darunter eine goldene 2014 in Sotschi und nun ihre zweite silberne. Eine Chance auf Platz zwei sei nur "ein Traum gewesen, das hatte ich gar nicht so auf dem Schirm. Und jetzt die andere Farbe umgehängt zu bekommen, da muss ich mich kneifen."

Neuntes Para-Gold bleibt Eskau (noch) verwehrt

Die achtmalige Paralympicssiegerin Andrea Eskau wurde aufgrund einer nicht ordnungsgemäßen Wende in der sitzenden Klasse disqualifiziert, zuvor war die 54-Jährige aus Magdeburg als einzige Starterin fehlerlos geblieben. Eskau startet bei ihren neunten Paralympics, im Sprint hatte sie Platz acht belegt. Auf ihre Disqualifikation reagierte sie mit Galgenhumor: "So ist es im Leben - manchmal hat man kein Glück, und dann kommt manchmal noch Pech dazu."

Bei den Sehbehinderten holte Recktenwald mit Guide Emily Weiß nach fehlerfreier Schießleistung (+2:00,5) als Dritte ihre erste Paralympics-Medaille. "Wahnsinn. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben", sagte die Saarländerin dem SID. Der Sieg ging an die Chinesin Wang Yue (35:04,7/1) vor Simona Bubenickova aus Tschechien (+1:39,2/1). Leonie Walter, die Sprint-Bronze geholt hatte, wurde Fünfte, Linn Kazmaier Sechste.

In der stehenden Klasse kam Maier (+43,2) mit einer Strafminute hinter dem Chinesen Jiayun Cai (30:24,1/1) und dem Kanadier Mark Arendz (+28,4/1) auf das Podest. "Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Maier. Wie schon am Samstag, als er im Sprint Bronze geholt hatte, lief der 26-Jährige aus Kirchzarten aufgrund der milden Temperaturen in kurzer Hose. Es ist seine vierte Medaille bei Winterspielen, die aber auch begleitet war von Trauer um seine Mutter. "Ihr größter Traum war es, hierher zu kommen, mich nochmal live laufen zu sehen. Das hat leider nicht geklappt." Ein Foto seiner Mama lag auf dem Platz auf der Tribüne neben Maiers Vater. Dort, wo sie hätte sitzen sollen. Alexander Ehler und Steffen Lehmker liefen auf den Rängen 11 und 13 ein.

In der Männer-Klasse der Sehbehinderten verpasste Nico Messinger mit Guide Robin Wunderle nach fünf Schießfehlern das Podium als Achter klar. Lennart Volkert kam mit Begleitläufer Nils Kolb auf Rang zehn.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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