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Riesenärger über irreguläres TorDeutschland verliert Penalty-Drama gegen die USA

20.05.2026, 23:25 Uhr
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Star-Goalie Philipp Grubauer und die deutschen Eishockey-Cracks hatten gegen die USA knapp das Nachsehen. (Foto: REUTERS)

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verliert auch das vierte Spiel bei der WM. Gegen Titelverteidiger USA gibt es eine knappe Niederlage nach Penaltyschießen. Mit dem Punkt besteht aber immer noch eine Chance auf das Weiterkommen.

Ein Start nach Maß, zweimal geführt, doch die Sieglos-Serie nimmt kein Ende: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schlittert bei der WM in der Schweiz weiter von einer Pleite zur nächsten, hat aber noch immer eine Chance auf das Viertelfinale. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis verlor auch gegen den stark dezimierten Olympiasieger und Titelverteidiger USA mit 3:4 (1:1, 2:1, 0:1, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen und kassierte die insgesamt achte WM-Niederlage in Folge - erstmals seit 1990.

Dabei hatte NHL-Star Moritz Seider die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vor 8000 Zuschauern schon nach 60 Sekunden erstmals in Führung gebracht, nach dem zweiten Turniertor von Frederik Tiffels an seinem 31. Geburtstag (30.) und dem zwischenzeitlichen 3:2 durch Marc Michaelis (33.) lagen die Deutschen auch im Schlussdrittel vorn. Für die USA waren Isaac Howard (15.) und Max Sasson (26.) erfolgreich, Tommy Novak (55.) rettete den Weltmeister in die Verlängerung. Im Penaltyschießen traf dann lediglich Joshua Samanski, die vierte deutsche Pleite im vierten Spiel in Zürich war besiegelt.

"Der Punkt kann garantiert wichtig sein. Erstmal ist aber wichtig, dass wir ein solides Spiel gemacht haben", sagte Leon Gawanke bei ProSieben: "Aber das kann uns Selbstvertrauen und einen Push geben."

Seider nimmt sich selbst beim Wort

Trotz nur einem Punkt ist ein Weiterkommen noch möglich. Das DEB-Team müsste jedoch nicht nur die restlichen Vorrundenspiele am Freitag (16.20 Uhr) gegen Ungarn, am Samstag gegen Österreich und am Montag (beide 20.20 Uhr, alle ProSieben und MagentaTV und im Liveticker bei ntv.de) gegen Aufsteiger Großbritannien gewinnen, sondern auch Schützenhilfe erhalten. Stürmer Daniel Fischbuch wird dabei wohl nicht mehr helfen können. Der Angreifer der Iserlohn Roosters musste mit Verdacht auf einen Handbruch frühzeitig vom Eis.

Bei den Amerikanern, die zuvor nur die Briten besiegt hatten, gab Matthew Tkachuk sein WM-Debüt. Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger mit den Florida Panthers hatte die ersten Spiele verpasst, weil er zum ersten Mal Vater geworden war. Der 28-Jährige war der einzige Olympiasieger von Mailand im US-Team, von den Weltmeistern des vergangenen Jahres standen nur noch zwei auf dem Eis.

"Wir stehen mit dem Rücken an der Wand", hatte Seider bei MagentaTV gesagt: "Wir haben jetzt vier K.o.-Spiele." Seine wichtigste Forderung: "Wir müssen endlich Tore schießen wollen, das muss das Mindset sein. "Der Kapitän nahm sich selbst beim Wort und brachte das deutsche Team früh zum ersten Mal bei diesem Turnier in Führung. Auf dem Eis stand dabei die Paradereihe mit den beiden NHL-Stürmern Lukas Reichel und Samanski sowie dem Berliner Geburtstagskind Tiffels, die bislang fast alleine für die deutsche Offensive zuständig war. 

Wieder hilft Deutschland dem Gegner

Tkachuk und Co. kamen nur langsam in Schwung, zudem parierte Grubauer zunächst alle Schüsse auf sein Tor. Bis die DEB-Auswahl mal wieder dem Gegner half: Tiffels passte vors eigene Tor, wo Fabio Wagner die Scheibe verlor, Howard nahm das Geschenk zum Ausgleich für das Team USA, das die WM-Generalprobe gegen Deutschland in Mannheim mit 5:2 gewonnen hatte, dankend an.

Die Powerplay-Misere ging weiter: Auch im zehnten Versuch gelang kein Tor. Auf der Gegenseite verhinderte Grubauer mit starken Paraden einen Rückstand. Zu Beginn des zweiten Drittels überstand die deutsche Mannschaft erst zum vierten Mal eine Unterzahlsituation unbeschadet, doch kurz danach nutzte Sasson einen Fehler von Leon Hüttl zum 1:2. Dann schoss Kai Wissmann zwar den Puck ins Tor, aber der Treffer wurde wegen Abseits zurückgenommen.

Der Ausgleich durch Tiffels zählte dagegen. Dann traf der bislang völlig enttäuschende Michaelis mit seinem ersten Torschuss im ganzen Turnier. Eine unfassbare Szene brachte die USA aber wieder zurück. Beim erneuten Ausgleich von Novak (55.) hatte Grubauer den Puck eigentlich schon sicher, trotzdem wurde irregulär nachgestochert. "Ich weiß nicht, warum nicht gechallengt wurde. Das fühlt sich nicht richtig an", sagte Michaelis.

Auch Grubauer konnte das Zaudern nicht nachvollziehen und fragte bei Kreis nach - ohne Wirkung. "Ich war drauf mit der Hand - klare Fehlentscheidung", schimpfte Grubauer bei MagentaSport über die Szene des Spiels und legte in Richtung Kreis nach: "Dass wir das nicht mehr per Video haben anschauen können, hat mich auch gewundert bei so einem wichtigen Spiel und so einer wichtigen Entscheidung." Kreis hingegen meinte nach dem Spiel, keine Möglichkeit dazu gehabt zu haben: "Das ist keine Challenge."

Quelle: ntv.de, tno/sid/dpa

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