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"Supermenschheit" nicht in Sicht"Doping-Spiele" sind für deutschen Schwimmer finanziell ein Gewinn

25.05.2026, 11:42 Uhr
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Marius Kusch reist um 280.000 Euro reicher aus Las Vegas ab. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Organisatoren träumen von einer "Supermenschheit" dank Doping. Die Weltrekorde sollen bei den Enhanced Games nur so purzeln - doch das bleibt aus. Der deutsche Schwimmer Marius Kusch kassiert bei seinen Starts aber ordentlich.

Der finanzielle Aspekt, hatte Marius Kusch gesagt, "spielt sicherlich eine Rolle". Und so gesehen waren die umstrittenen, als "Doping-Spiele" gebrandmarkten "Enhanced Games" in Las Vegas auch ein Erfolg für den 33 Jahre alten Schwimmer aus Datteln in Nordrhein-Westfalen: Sein Sieg über 100 Meter Schmetterling brachte dem früheren Kurzbahn-Europameister 250.000 Dollar, sein dritter Platz über 50 Meter Schmetterling weitere 75.000 Dollar, das sind zusammen umgerechnet knapp 280.000 Euro.

Noch mehr Kasse machte bei den Wettbewerben im Schwimmen, in der Leichtathletik und im Gewichtheben ein Grieche: Kristian Gkolomeev war der Einzige, dem ein "Weltrekord" gelang: Über 50 Meter Freistil war er in 20,81 Sekunden 0,07 Sekunden schneller als Cameron McEvoy aus Australien bei seiner offiziellen Bestmarke im März. Neben zweimal 250.000 Dollar Preisgeld für seine Siege über 50 und 100 Meter Freistil erhielt der Langbahn-Europameister von 2024 damit noch einen Rekord-Bonus von einer Million Dollar.

Sperma vorsorglich eingefroren

Gkolomeev, der zur (sichtbaren) Leistungssteigerung einen Anzug trug, bewahrte die Veranstalter mit seiner nur inoffiziellen Bestmarke vor einer Blamage. "Unser Ziel ist es, eine neue Supermenschheit zu erschaffen", hatte Gründer Aron D'Souza, ein Australier, zuvor vollmundig erklärt und zugleich mehrere Weltrekorde angekündigt. Erlaubt war dafür vor allem die Einnahme von leistungsfördernden Substanzen, die bei den Olympischen Spielen verboten sind.

Marius Kusch schwamm in seinen beiden Rennen schneller als je zuvor in seiner Karriere. Noch ist ungeklärt, zu welchem Preis. Wie seine Freundin bei ProSieben erzählte, hat er sein Sperma einfrieren lassen. Für den Fall, dass die Testosteronkur dafür sorgt, dass seine Zeugungsfähigkeit in Vegas bleibt.

Nur ein Weltrekord

Auch andere der 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreichten persönliche Bestmarken beim Kampf um die 25 Millionen Dollar Preisgeld, für die auch der deutschstämmige Investor Peter Thiel oder Präsidentensohn Donald Trump Jr. geradestanden. Doch die großen Paukenschläge blieben aus. Über 100 Meter Freistil etwa schwamm Gkolomeev um 0,2 Sekunden am Weltrekord von Pan Thanle aus China (46,40) vorbei. Der neben Kusch einzige weitere deutsche Teilnehmer erlebte eine herbe Enttäuschung. Sprinter Mike Bryan wurde über 100 Meter letzter und verfehlte seine persönliche Bestzeit klar. 

In Schwimmer Hunter Armstrong aus den USA (Gold mit der Staffel), dem Briten Ben Proud (Silber über 50 Meter Freistil) und Leichtathlet Fred Kerley aus den USA (Bronze über 100 Meter) nahmen drei Medaillengewinner der Sommerspiele in Paris 2024 an den Enhanced Games teil. Alle drei konnten sich zumindest in einem ihrer maximal zwei Wettbewerbe, die in einer provisorischen Arena auf dem Parkplatz eines Casinos in Las Vegas ausgetragen wurden, als Sieger durchsetzen.

Armstrong und Kerley gaben an, vorab keine leistungssteigernden Mittel eingenommen zu haben. "Die müssen sich mehr anstrengen, ein bisschen härter trainieren, ein bisschen mehr von dem Stoff nehmen", scherzte Kerley daher über seine Konkurrenten. Der 31 Jahre alte Amerikaner gewann die 100 Meter in 9,97 Sekunden vor dem Liberianer Emmanuel Matadi (10,05). Kerley ist allerdings kein überzeugender Vertreter für einen sauberen Sport: Seit August 2025 ist er wegen drei versäumter Dopingtests gesperrt.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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