Sport

Skandal im Deutschen Turner-Bund "Gewalt": Trainerin bangt um Job und Lizenz

f51f23710f6041305dc9e472503cb54a.jpg

Frehse ist noch am Olympiastützpunkt in Chemnitz angestellt.

(Foto: dpa)

Die Vorwürfe gegen Gabriele Frehse wiegen schwer, die Turntrainerin wird von mehreren ihrer ehemaligen Athletinnen der Gewaltanwendung beschuldigt. Der Deutsche Turner-Bund sieht diese Vorwürfe als berechtigt an und ist verwundert, dass die 61-Jährige noch nicht entlassen wurde.

Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), wünscht sich im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in Chemnitz die Entlassung der massiv kritisierten Trainerin Gabriele Frehse: "Hier ist der Olympiastützpunkt als Arbeitgeber gefordert. Mich verwundert es etwas, dass die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses noch nicht eingeleitet wurde", sagte Hölzl dem "Spiegel". Er gehe aber "davon aus, dass die entsprechenden Entscheidungen noch getroffen werden. Alles andere würde ich als absolut untragbar erachten, das wäre für uns als DTB nicht akzeptabel", so Hölzl.

Frehse ist derzeit wegen zweifelhafter Trainingsmethoden und Umgangsformen suspendiert. Basierend auf Gesprächen mit zahlreichen Beteiligten hatte der DTB einen Untersuchungsbericht in Auftrag gegeben und Ende Januar der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sophie Scheder, Olympia-Dritte von Rio de Janeiro 2016 am Stufenbarren, hatte zuletzt Frehse bei ihrer Befragung zu den Vorwürfen nach eigener Aussage entlastet ("Es muss im Rahmen bleiben, und das war es für mich jederzeit"). Dagegen beschuldigte die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer die 61-Jährige, sie mehrfach beleidigt, beschimpft und körperlich überfordert zu haben.

Mehr zum Thema

Der DTB wird Frehse laut Hölzl "nicht mehr bei unseren Maßnahmen und Lehrgängen einsetzen. Zudem prüfen wir den Entzug der Trainerlizenz." Wegen des Skandals übte der Präsident erneut Selbstkritik. "Im Lichte der heutigen Kenntnisse muss ich sagen: Damals haben wir Fehler gemacht", sagte der 52-Jährige: "Wir hätten die Vorkommnisse gründlicher aufklären müssen."

Die Vorfälle hätten gezeigt, "dass wir unser gesamtes System hinterfragen müssen. In unserem Sport werden Minderjährige zu Höchstleistungen trainiert. Es darf nicht sein, dass wir Kinder Situationen aussetzen, die eine Stufe der Gewalt erreichen."

Quelle: ntv.de, tsi/sid