Sport

Sexuelle Belästigung Hope Solo beklagt Po-Grapscher von Blatter

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Torhüterin Hope Solo wirft Sepp Blatter sexuelle Belästigung vor.

(Foto: imago/Ulmer)

Nach dem Hollywood-Skandal um Weinstein, Spacey und Louis C.K. erreicht das Thema sexuelle Belästigung nun auch den Fußball. US-Torhüterin Hope Solo erhebt schwere Vorwürfe gegen den Ex-Fifa-Chef. Blatter weist die Grapsch-Vorwürfe als "lächerlich" zurück.

Die US-Fußballerin Hope Solo hat dem ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter vorgeworfen, sie am Hintern begrapscht zu haben. "Sepp Blatter hat mir an den Arsch gefasst", sagte die 36-jährige Ex-Torhüterin der portugiesischen Zeitung "Expresso" in einem Interview. Der Vorfall habe sich bei der Ballon-d'Or-Gala 2013 in Zürich ereignet, bevor sie mit Blatter auf die Bühne gegangen sei, um den Preis an die damalige Fußballspielerin des Jahres, Abby Wambach, zu übergeben.

Auf Videoaufnahmen zur damaligen Zeromonie ist zu erkennen, wie Solo Sekunden vor ihrer Laudatio zusammen mit Blatter hinter einem Vorhang hervorkommend die Bühne betritt. "Ich war geschockt und wie vor den Kopf gestoßen", so Solo weiter. "Ich musste mich schnell zusammenreißen, um mit meiner Teamkollegin die größte Auszeichnung ihrer Karriere in diesem Moment zu feiern, also habe ich meinen Fokus komplett auf Abby gerichtet."

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Der Po-Grapscher soll sich bei der Ballon-d'Or-Gala 2013 in Zürich zugetragen haben.

(Foto: AP)

Solo sagte dem "Expresso", sexuelle Belästigung im Sport sei weit verbreitet. "Es passiert nicht nur in Hollywood." Auf die Frage, warum sie das Vorkommnis nicht schon früher an die Öffentlichkeit gebracht hat, antwortete Solo: "Ich konfrontiere Leute direkt." Allerdings sei sie Blatter seitdem nie mehr begegnet. Blatter wies die Vorwürfe bereits über seinen Sprecher zurück. "Diese Behauptung ist lächerlich", ließ er ausrichten. 

"Diese Geschichten stimmen"

Unterdessen entschuldigte sich US-Comedian Louis C.K. ("Saturday Night Live") für sexuelle Belästigungen. "Diese Geschichten stimmen", teilte Louis C.K. per Mitteilung mit. Es tue ihm leid, sagte der 50-Jährige. "Es gibt nichts daran, für das ich mir vergebe." Zuvor hatten fünf Frauen gegenüber der "New York Times" Vorfälle geschildert, bei denen der Komiker sich unter anderem vor ihnen ausgezogen und masturbiert haben soll. Diese Übergriffe seien demnach bei Treffen in Hotelzimmern und Büros passiert.

Unter den Betroffenen sind Kolleginnen, die Vorfälle seit Ende der 1990er Jahre bis 2005 schilderten.
Der Streamingdienst Netflix sagte daraufhin ein geplantes Comedy-Special mit dem Komiker ab. Die Vorwürfe seien "verstörend", teilte der Streamingdienst mit. Auch die anstehende Veröffentlichung seines Filmes "I Love You, Daddy" wurde abgesagt. In dem Comedy-Drama mit den Darstellern Chloë Grace Moretz und John Malkovich spielt Louis C.K. eine Hauptrolle und führt auch Regie.

Der US-Pay-TV-Kabelsender FX Network und FX Productions wollen ebenfalls ihre Zusammenarbeit mit dem US-Komiker beenden. "Wir kündigen den gesamten Deal zwischen FX Productions und seiner Produktionsfirma, Pig Newton, auf", teilte der Sender in einer Stellungnahme mit. Er werde nicht mehr als Produzent der vier Sendungen - "Better Things", "Baskets", "One Mississippi" und "The Cops" - tätig sein, an denen man derzeit zusammenarbeite. Das Kabelnetzwerk, für das Louis C.K. seit acht Jahren tätig war, ließ verlauten, es habe zuvor nicht von den Vorwürfen gewusst.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa