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Immerhin Bronze für Team DDeutsche Langläuferin liegt auf Medaillenkurs - dann erleidet sie Schwächeanfall

11.03.2026, 15:30 Uhr
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Endlich die erste Medaille bei Olympischen Spielen oder Paralympics? Kathrin Marchand ist ihr ganz nah, doch dann erleidet die 35-Jährige einen Schwächeanfall und muss ihr Langlauf-Rennen aufgeben. Auch für die anderen Deutschen läuft es nicht nach Wunsch.

Kathrin Marchand haute alles rein, die ersehnte Medaille war zum Greifen nah, doch dann spielte der Körper nicht mehr mit. Das Drama um die Skilangläuferin war bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo der tragische Höhepunkt eines gebrauchten deutschen Tages.

Die 35-Jährige lag in der stehenden Klasse zur Hälfte des Mitteldistanzrennens über zehn Kilometer klar auf Bronzekurs, nach fünf Kilometern hatte die Kölnerin bereits 23,3 Sekunden Vorsprung auf Rang vier. Doch dann erlitt Marchand, die als Ruderin zweimal an den Olympischen und einmal an den Paralympischen Sommerspielen teilnahm, einen Schwächeanfall, musste sich an den Streckenrand setzen und ihren Traum von einer Medaille aufgeben. Sie gab später Entwarnung: "Mir geht es okay", schrieb sie bei Instagram: "Das vorletzte Licht ist kurz ausgegangen. Die Bedingungen sind tief und schwierig, da wollte meine linke Seite nicht mehr mitmachen."

Sie ärgerte sich sehr: "Ich habe noch nie ein Rennen aufgegeben, das ärgert mich natürlich super, weil gerade diese Medaille wäre eigentlich auf jeden Fall drin gewesen." Doch die Bedingungen seien eine "Katastrophe" gewesen, sie verstehe nicht, warum nicht gesalzen wurde. Bei Temperaturen über zehn Grad und zeitweise Sonnenschein war die Strecke sehr tief.  Die Anstrengung habe Spuren hinterlassen: "Ich hab fast nichts mehr gesehen und meine linke Seite auch nicht mehr richtig gemerkt", betonte Marchand. Dementsprechend sei der Rennabbruch trotz Medaillenchance unausweichlich gewesen. "Es war eigentlich keine Entscheidung, die ich getroffen habe, sondern es ging halt einfach nicht mehr", sagte die Leverkusenerin mit einigen Stunden Abstand.

Vor fünf Jahren hatte Marchand einen Schlaganfall erlitten, seitdem ist ihre linke Körperhälfte eingeschränkt. Mit ihrer Teilnahme in Norditalien schrieb sie Geschichte und startete als erste Athletin auch noch bei Paralympischen Winterspielen. Bei den Sommer-Paralympics 2024 hatten bei ihrem vierten Platz im Mixed-Vierer im Rudern lediglich sechs Hundertstel zu Edelmetall gefehlt, am Dienstag im Sprint waren es 1,9 Sekunden.

Walter holt Bronze am Tag nach Disqualifikation

Leonie Walter holte mit ihrer Bronzemedaille in Tesero die einzige Medaille für Deutschland an diesem Mittwoch. Die 22-Jährige sorgte nach ihrem aberkannten Silber am Vortag für das elfte Edelmetall des Deutschen Behindertensportverbands (DBS). Im Sprint hatte sie ein Drama erlebt: Die Paralympicssiegerin von Peking war als Zweite ins Ziel gekommen, wurde aufgrund eines Technik-Verstoßes von Guide Christian Krasmann aber auf den vierten Rang zurückversetzt. Zuvor hatte die 22-Jährige schon im Biathlon-Sprint Bronze gewonnen.

Walter feierte bereits ihre sechste Paralympics-Medaille. "Eine silberne wäre natürlich viel schöner gewesen, aber die bronzene nehme ich auch gerne. Ich habe richtig kämpfen müssen", sagte die Schwarzwälderin. Der Rückstand auf die erneut siegreiche Anastasija Bagijan, die damit die insgesamt bereits vierte Goldmedaille für Russland holte, war mit fast sechs Minuten aber beachtlich.

Nach Silber im Klassik-Sprint kam für Sebastian Marburger kein weiterer Podestplatz hinzu. Der 28-Jährige, der in den Tagen vor seinen Starts wegen eines Infekts der oberen Atemwege stark beeinträchtigt gewesen war, musste kurz nach der Fünf-Kilometer-Marke entkräftet aufgeben. Weltmeisterin Anja Wicker verpasste ihre dritte Medaille knapp. Nach Silber und Bronze im Biathlon kam die 34-Jährige in der sitzenden Klasse auf Rang vier, 1,5 Sekunden fehlten der Stuttgarterin zu Bronze. "Ich bin zufrieden mit meinem Rennen. Ich hatte gute Arme, der Ski lief gut und es hat Spaß gemacht", sagte Wicker: "Es ging mit Kendall immer hin und her. Ich habe am Schluss alles reingelegt und es hat gerade so nicht gereicht. 1,5 Sekunden aufs Podest tun weh."

Im Medaillenspiegel liegt Deutschland mit einmal Gold, viermal Silber und sechsmal Bronze auf Rang 13. Die sechsköpfige russische Mannschaft steht mit vier Siegen deutlich vor dem Team D, auch Iwan Golubkow triumphierte am heutigen Mittwoch in der sitzenden Klasse.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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