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Zu früh gefreut? Stefan Luitz könnte seinen Sieg im Slalom aberkannt bekommen.
Zu früh gefreut? Stefan Luitz könnte seinen Sieg im Slalom aberkannt bekommen.(Foto: imago/Eibner Europa)
Freitag, 07. Dezember 2018

Illegale Einnahme vor Alpin-Sieg: Sauerstoff-Kur wird Luitz zum Verhängnis

Völlig überrascht, aber überglücklich: So feiert Skirennfahrer Stefan Luitz sein Comeback. Ein Lichtblick für das gebeutelte DSV-Team. Doch nun droht der Ski-Weltverband, seinen Sieg abzuerkennen - weil er mehr Sauerstoff eingeatmet hat, als erlaubt ist.

Wie gewonnen, so zerronnen? Dem Deutschen Skiverband (DSV) und Skirennläufer Stefan Luitz droht nach dem Triumph von Beaver Creek ein böses Erwachen. Im schlimmsten Fall könnte dem 25 Jahre alten Allgäuer sogar sein erster Weltcupsieg aberkannt werden.

Die DSV-Athleten um Luitz waren vor dem Riesenslalom am Sonntag mit Sauerstoff versorgt worden. Alpin-Chef Wolfgang Maier räumte bereits "einen Fehler ein. Dazu stehen wir auch. Wir wussten nicht, dass die Fis ihre Regularien nicht dem Wada-Code angepasst hat", sagte Maier, fügte aber in aller Deutlichkeit an: "Wir haben kein Doping betrieben. Dagegen wehren wir uns mit Händen und Füßen." Der DSV wurde vom Internationalen Skiverband (Fis) bereits "um eine Stellungnahme zu dem Vorfall gebeten. Wir sind dem Wunsch natürlich nachgekommen. Die Stellungnahme liegt der Fis vor. Die Untersuchung läuft. Wir warten nun auf eine Entscheidung", sagte DSV-Sprecher Ralph Eder.

Der DSV hatte seinen Läufern vor dem Rennen auf über 3000 Metern Sauerstoff verabreicht. Dies gilt laut Code der Welt-Doping-Agentur Wada seit 1. Januar 2018 nicht als Doping. "Und danach haben wir uns gerichtet", sagte Maier. Die Richtlinie der Wada widerspricht aber offenbar der Wettkampfordnung der Fis. Beim Ski-Weltverband ist nach dem Rennen laut skionline.ch deshalb angeblich ein anonymer Protest gegen das DSV-Team eingegangen.

Der lange Zeit verletzte Luitz hatte mit seinem Sieg vor Marcel Hirscher aus Österreich und dem Schweizer Thomas Tumler für eine Sensation gesorgt. Dies sei "einfach unbeschreiblich", sagte er anschließend. Luitz hatte im Dezember 2017 einen Kreuzbandriss erlitten und war lange ausgefallen. Hirscher hatte seinem Konkurrenten gratuliert: "Es ist Stefan von Herzen zu gönnen, weil er sich immer verletzt hat, wenn er auf dem Sprung war. Er hat mit den schwersten Weg aller Weltcup-Fahrer gehen müssen." Der Weg könnte sich vorerst nicht gelohnt haben.  

Quelle: n-tv.de