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Wie viel Kamera-Nähe ist zu nah?Tennisprofis begehren als "Tiere im Zoo" auf

28.01.2026, 10:59 Uhr
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Coco Gauff hatte ihren Schläger zertrümmert - hinter den Kulissen, aber vor den Kameras. (Foto: AP)

Ganz viel Nähe für die Fans, auf Schritt und Tritt bei den Stars - Kameras sind bei vielen Sportarten schier omnipräsent. Bei den Australian Open geht es einigen Profis nun zu weit. Coco Gauff bekommt nach ihrem Ausraster Unterstützung.

Nach dem kleinen Ausraster von Coco Gauff im Anschluss an ihr Viertelfinal-Aus bei den Australian Open ist in der Tennis-Szene eine Diskussion über die Omnipräsenz von Kameras bei den Turnieren entbrannt. "Die Frage ist: Sind wir Tennisspieler? Oder sind wir Tiere im Zoo?", fragte die Polin Iga Swiatek, als sie auf die Szene mit Gauff angesprochen wurde.

Die Amerikanerin hatte nach ihrer klaren Niederlage gegen Jelina Switolina aus der Ukraine in den Katakomben der Rod Laver Arena aus Frust ihren Schläger zertrümmert. Die Weltranglisten-Dritte wähnte sich dabei unbeobachtet, wurde aber von Kameras gefilmt, sodass jeder ihren Wutausbruch sehen konnte.

Im Tennis ist es vor allem bei den Grand-Slam-Turnieren üblich, dass die Profis auf Schritt und Tritt von Kameras begleitet werden. "Ich denke nicht, dass das nötig ist", sagte Gauff. Sie habe extra nach einem Ort gesucht, wo sie dachte, unbeobachtet zu sein, da sie kein schlechtes Vorbild vor allem für Kinder habe sein wollen. "Vielleicht sollten wir mal darüber reden. Ich habe das Gefühl, dass bei diesem Turnier der einzige private Ort die Umkleidekabine ist."

Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic gab der Amerikanerin recht. "Ich bin überrascht, dass wir keine Kameras haben, während wir duschen", sagte der 38 Jahre alte Serbe süffisant. Hoffnung auf Besserung hat er aber nicht. "Wir leben in einer Gesellschaft, in der Content alles ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich dieser Trend umkehren lässt."

Swiatek bleibt weiter unvollendet

Auch Swiatek hatte die Dauerüberwachung während des Turniers zu spüren bekommen, als über die Kameras zu sehen gewesen war, dass sie fast ihre Akkreditierung vergessen hätte. "Ich denke nicht, dass das so sein sollte. Wir sind gewohnt, auf dem Platz und in der Pressekonferenz beobachtet zu sein. Das ist unser Job", sagte die sechsfache Grand-Slam-Turnier-Siegerin. Aber es gehöre nicht zum Job, zur Schau gestellt zu werden, wenn man die Akkreditierung vergesse.

Ihre Akkreditierung braucht sie nun nicht mehr - die Polin wird ihren Karriere-Grand-Slam auch in diesem Jahr nicht vollenden. Die Weltranglistenzweite verpasste das Halbfinale und muss weiter auf ihren ersten Titel in Melbourne warten. Die Kasachin Jelena Rybakina war beim 5:7, 1:6 im Viertelfinale zu stark.

Die ehemalige Weltklassespielerin Serena Williams stimmte ihren einstigen Kontrahentinnen zu. Im zertrümmerten Schläger von Gauff sah die langjährige Nummer eins der Welt kein Problem. Ganz im Gegenteil: "Nun Coco, wenn du willst, zeige ich dir, wie du ihn in einem Versuch zerstörst", schrieb Williams in den sozialen Medien. Gauff hatte den Schläger mehrere Male auf den Boden gehämmert, ehe dieser kaputt war.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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