Pfiffe, Pommes, Pleite

Vibes weg: Mit Trump kommt die erste Niederlage

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09.06.2026 | 11:55 Uhr
US-Präsident Donald Trump schaut beim ersten Heimspiel der New York Knicks in den NBA-Finals vorbei. Statt Partystimmung aber gibt es Pfiffe und die erste bittere Pleite für das Team aus New York.

Viele Fans der New York Knicks hatten es befürchtet. Kaum kommt US-Präsident Donald Trump zu Besuch, ist der Unbesiegbar-Vibe des Teams weg. Vor den Augen des Staatsoberhauptes kassierten die New York Knicks die erste Pleite nach 13 Siegen in Folge. Und das ausgerechnet im ersten Heimspiel in den NBA-Finals seit 27 Jahren.

Nach der knappen 111:115-Niederlage gegen die San Antonio Spurs steht es 1:2. Wer zuerst vier Spiele gewinnt, ist Champion. Spurs-Superstar Victor Wembanyama schlug nach seinem dicken Patzer im vergangenen Spiel zurück und erzielte 32 Punkte. Die ebenfalls 32 Zähler von Knicks-Held Jalen Brunson reichten in der bis zur Schlussphase spannenden Partie nicht für ein Comeback der Knicks.

Die Arena buzzte und bebte vor Tip-Off, nach dem Ende aber war die Partystimmung wie abgesaugt. Schon die Ankündigung des Trump-Besuchs im legendären Madison Square in Manhattan hatte große Auswirkungen. Fans wurden aufgefordert, weit vor Spielbeginn in der Arena zu sein, Alkohol war untersagt, genauso wie Rucksäcke. Die Watchparty direkt an der Halle wurde ebenfalls aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Trump-Gegner verschaffen sich Gehör

Um die Arena wurde ein Schutzwall aufgezogen, das Gebiet weiträumig abgesperrt. Nur Ticketbesitzer durften durch. Die Sicherheitsvorkehrungen waren immens. Das war schon vor dem Spiel vielen Fans sauer aufgestoßen. Viele äußerten via Social Media deutliche Kritik. Tenor: Diesen Gast brauchen wir hier eigentlich nicht.  So ging es dann auch vor Ort weiter. Als die Autokolonne mit dem Präsidenten zum Madison Square Garden gefahren war, hatten einige Demonstranten am Straßenrand Schilder mit der Aufschrift "Trump muss weg" hochgehalten.

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Knicks-Fans protestieren in New York gegen Trump. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

In der Halle saß Trump dann, abgeschirmt von einer kugelsicheren Scheibe, neben Teambesitzer James Dolan, ein Golf-Buddy. Man kennt sich. Auf dessen Einladung war Trump zum Spiel gekommen. Als gebürtiger New Yorker ist Trump seit Jahrzehnten ein Anhänger der Knicks, saß früher auch mal auf den ikonischen Courtside-Plätzen. Das betonte NBC-Chef Adam Silver schon vorab im TV-Interview. Er streckte dem Präsidenten sprichwörtlich die offenen Arme entgegen. Historisch war der Besuch auch noch: Erstmals besuchte ein amtierender US-Präsident ein Finalspiel der besten Basketball-Liga der Welt, erklärte Silver.

Für Trump lief der Abend aber nicht ganz so rund. Als er während der Nationalhymne auf dem riesigen Videowürfel beim Salutieren eingeblendet wurde, prasselten ihm lautstark Buhrufe und Pfiffe entgegen. Trump nahm es ganz anders wahr: "Sehr gut", fand er die Reaktion des Publikums. "Es war auf jeden Fall fantastisch. Ich glaube, es gab überwiegend Beifall." Im Netz wurde auch eifrig ein Video geteilt, bei dem es schien, als würden Trump für einen längeren Moment die Augen zufallen. Man kennt das auch aus anderen Bereichen des Trumpschen Schaffens. Auch das geduldige Pommes essen des Präsidenten wurde im Detail auf Kameras festgehalten.

So oder so: Die allermeisten Knicks-Fans dürften froh sein, wenn Spiel 4 am Mittwoch ohne den Präsidenten (Stand heute) und entsprechendes Brimborium steigt und allein der Zugang zur Arena wieder einfacher wird. Auch das Public Viewing am Madison Square Garden soll dann wieder stattfinden. Und der Präsident hat bald auch andere Sportevents zu besuchen. Am Freitag starten in Los Angeles die ersten WM-Spiele in den USA. Trump wird dort erwartet.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc