Scharfe Kritik an Afrika-GP

Amnesty: Formel 1 belohnt Ruandas Autokraten mit "Preis"

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Ruandas Herrscher Paul Kagame freut sich auf die Formel 1 in seinem Land. (Foto: AP Photo/Yuhi Irakiza)
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14.10.2026 | 18:56 Uhr
Die Formel 1 kehrt nach Afrika zurück, nimmt im kommenden Jahrzehnt den Grand Prix von Ruanda in ihren Rennkalender auf. Während die Macher der Königsklasse einen "Meilenstein" feiern, kommt von Menschenrechts-Aktivisten scharfe Kritik.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Formel 1 scharf kritisiert, sich Ruanda für das Afrika-Comeback der Motorsport-Königsklasse ausgesucht zu haben. "Ein Grand Prix über zehn Jahre, präsentiert von 'Visit Rwanda', ist ein Preis für das Sportswashing der ruandischen Behörden", kritisierte Felix Jakens von Amnesty International UK in einem Statement und verwies dabei auch auf andere Ruanada-Aktivitäten in der Sportwelt. "Arsenal, Aston Villa, die Radsport-Weltmeisterschaft und jetzt die Formel 1 - Ruanda kauft sich in die größten Sportarten der Welt ein, um sein Image aufzupolieren und von seiner erschreckenden Menschenrechtsbilanz abzulenken."

Das Beteuern der F1-Macher, "Sport könne 'eine positive Kraft für das Gute' sein", klinge "hohl, wenn die Formel 1 darüber hinwegsieht, mit wem sie Partnerschaften eingeht", heißt es zu der jüngsten Vereinbarung zwischen der Formel 1 und Ruanda. Die dortigen Behörden griffen "in großem Umfang zu willkürlichen Inhaftierungen, Folter und zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit - das sind Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land."

Die Formel 1 hatte am Dienstag einen zehnjährigen Vertrag mit Ruanda präsentiert. Ab den "frühen 2030er Jahren" wird die Rennsport-Königsklasse in Bugesera auf einer neu zu bauenden Strecke Station machen. "Voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahrzehnts" werde der erste Grand Prix von Ruanda stattfinden, teilte die Rennserie mit. Formel-1-Boss Stefano Domenicali feierte den Deal als "Meilenstein für die Formel 1". Der Sport werde künftig "auf allen bewohnten Kontinenten Rennen austragen", sagte der Italiener. Der letzte Grand Prix auf afrikanischem Boden datiert zurück ins Jahr 1993, als der Große Preis von Südafrika in Kylami stattfand.

"Die Formel 1 darf nicht tatenlos zusehen"

Ruandas autokratischer Herrscher Paul Kagame versprach, dass die neue Rennstrecke und der neue Flughafen "unserem Land und unserer Region über Jahrzehnte Arbeitsplätze, Fachkräfte, Tourismus und neue Unternehmen bringen" würden. Das Ziel sei "nie ein einzelnes Rennwochenende, sondern ein nachhaltiger Nutzen für unsere Bevölkerung". Der 68-Jährige ist seit 26 Jahren ununterbrochen an der Macht. Kritiker werfen ihm vor, politische Gegner systematisch zu unterdrücken und die Meinungsfreiheit erheblich eingeschränkt zu haben. Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch legen Kagame immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last.

Amnesty kritisierte darüber hinaus Ruandas Politik im Nachbarland, der Demokratischen Republik Kongo. Dort erlebe die Welt ein "Blutvergießen", zu dem Ruanda beitrage. Die Regierung von Präsident Kagame "spielt eine bedeutende Rolle dabei, den Konflikt und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen anzuheizen - sowohl durch seine Unterstützung der bewaffneten Gruppe M23 als auch durch das direkte Vorgehen des ruandischen Militärs im Osten des Kongo." Auch die Vereinten Nationen werfen Ruanda vor, die Rebellengruppe zu unterstützen. "Die Formel 1 darf nicht tatenlos zusehen. Sie sollte ihren Einfluss auf die ruandischen Behörden nutzen, um auf Veränderungen zu drängen, anstatt ihre Marke für eine PR-Aktion zur Verfügung zu stellen", forderte die Menschenrechtsorganisation.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar