Briatore wütet gegen Richter

Ewiges Formel-1-Hickhack endet bitter für Gasly

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Pierre Gasly ist doch nicht Dritter beim Rennen in Monaco geworden. (Foto: picture alliance / Sipa USA)
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04.09.2026 | 15:06 Uhr
Drei Monate lang glaubt Pierre Gasly, dass er der Drittplatzierte des Formel-1-Rennens in Monaco ist. Bis jetzt das Berufungsgericht der FIA gegen ihn entscheidet. Damit hat ein monatelanges Hin und Her ein Ende.

Drei Monate nach dem Formel-1-Rennen in Monaco hat das juristische Ringen um das Podium im Fürstentum ein Ende gefunden. Alpine-Pilot Pierre Gasly verliert seinen dritten Platz wieder, Red-Bull-Fahrer Isack Hadjar rückt nach. Das Internationale Berufungsgericht des Weltverbandes FIA gab nun seine Entscheidung bekannt, vorausgegangen war ein langes Tauziehen um die Wertung des sechsten Saisonrennens.

Alpine reagierte in einer Mitteilung mit "Enttäuschung und Frustration" auf das Urteil. In einer Medienrunde in Monza erhob Chefberater Flavio Briatore heftige Vorwürfe. Einer der vier Berufungsrichter pflege eine enge Beziehung zu McLaren, das Verfahren sei unfair gewesen. McLaren-Teamchef Andrea Stella konterte sichtlich pikiert, die Verhandlung sei "nach den höchsten Standards" verlaufen.

Gasly war Anfang Juni als Dritter hinter Kimi Antonelli im Mercedes und Ferrari-Pilot Lewis Hamilton ins Ziel gekommen, nach Rennende führten zwei Zeitstrafen gegen den Franzosen aber für eine Rückstufung im Klassement: Gasly wurde für zu schnelles Fahren in der Boxengasse sanktioniert. Gegen diese Entscheidung wehrte sich Alpine dann aber erfolgreich. Die Stewards, an der Strecke verantwortlich für die Umsetzung des Reglements, gaben dem Einspruch des Teams fünf Tage nach dem Rennen statt, die FIA räumte Fehler beim Messen der Geschwindigkeit in der Boxengasse ein.

Messfehler verkomplizieren Entscheidung

Die Konkurrenten McLaren und Red Bull protestierten anschließend aber gegen die Rücknahme der Strafen und hatten damit nun, am Ende eines langwierigen Prozesses, Erfolg. Kompliziert war der Fall, weil die Messfehler auch bei anderen Fahrern zu Strafen geführt hatten, diese wurden aber schon während des Rennens vollstreckt. Sie hatten damit Einfluss auf das Renngeschehen und konnten nicht zurückgenommen werden. Gasly dagegen wurde nachträglich bestraft, die zunächst aufaddierte Zeit konnte damit wieder abgezogen werden.

Letztlich haben die ursprünglichen Strafen über zehn Sekunden nun Bestand, Gasly wird damit als Siebter gewertet. Neben Hadjar rücken auch Oscar Piastri im McLaren sowie die beide Racing-Bulls-Piloten Liam Lawson und Arvid Lindblad um eine Position vor. Alpine, der Rennstall um Teamchef Flavio Briatore, und auch Gasly selbst verlieren damit ihren ersten Podestplatz seit November 2024. Für Hadjar ist es das zweite Podium seiner Formel-1-Karriere.

Echten Einfluss auf den Kampf um die WM hat das Urteil nicht. Spitzenreiter Antonelli und auch Hamilton waren vor Gasly ins Ziel gekommen, George Russell im zweiten Mercedes hatte die Punkteränge verpasst. Im Klassement hat Antonelli vor dem Grand Prix in Monza am Sonntag (15 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker/Qualifying am Samstag ab 15.30 Uhr/Start 16 Uhr bei RTL) 59 Punkte Vorsprung auf die beiden Verfolger.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid