Ex-Scuderia-Capo verrät

Wie Niki Lauda Michael Schumachers Wechsel zu Ferrari anschob

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Michael Schumacher und Präsident Luca di Montezemolo erlebten gemeinsam Ferraris erfolgreichste Formel-1-Zeit.
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04.09.2026 | 13:17 Uhr
Im Jahr 1995 trifft Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher eine weitreichende Entscheidung: Er wechselt zum Mythos Ferrari. Der damalige Präsident der Roten verrät den nicht unwichtigen Part von Niki Lauda bei dem Jahrhundert-Transfer.

Im Jahr 1995 hat Michael Schumacher die Formel 1 souverän im Griff. Sein Benetton wird - anders als noch 1994 - von den überlegenen Renault-Motoren angetrieben. In dem Renner des italienisch-britischen Teams gewinnt Schumacher neun Grands Prix und erobert mit riesigem Vorsprung auf Erzrivale Damon Hill im Williams seine zweite WM-Krone.

Sportlich passt alles und doch sondiert Schumacher schon während der Saison den Markt. Benetton scheint für den jungen Deutschen eine Nummer zu klein geworden, die Traditionsteams Ferrari, Williams und McLaren klopfen an. Ein Wechsel zum damals technisch den Ton angeben Williams-Team ist kurz möglich: Schumacher zieht eine entsprechende Option aber nicht. Rennstallgründer und Teamchef Frank Williams ist nicht dafür bekannt, den Fahrern die höchsten Gehälter zu zahlen. Eine Ausnahme macht er nur 1994 bei Ayrton Senna, ansonsten ist bei Williams das Auto der Star.

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Michael Schumachers Managerin spricht über besondere Ära

Konkreter wird es zwischen Schumacher und McLaren. Das Traditionsteam winkt nach der Elefantenhochzeit mit Motorenpartner Mercedes mit viel Geld. In Monaco treffen sich die Parteien zu Gesprächen. Zwischen Schumacher und der Mercedes-Riege stimmt die Chemie zwar, nicht aber mit McLaren-Chef Ron Dennis. Jean Todt schlägt schließlich zu und holt den Formel-1-Star zur Saison 1996 zum seit Jahren erfolglosen Ferrari.

"Michael mochte die Tortellini"

Laut des damaligen Präsidenten der Roten spielte Formel-1-Ikone Niki Lauda, mit Ferrari 1975 und 1977 Weltmeister, den Eisbrecher. "Niki Lauda war der Erste, der den Manager von Michael (Willi Weber, Anm.d.Red.) kontaktiert hat, um die Gespräche zu initiieren und Michael zu Ferrari zu holen. Viele Leute dürften das bislang nicht gewusst haben", sagte Luca di Montezemolo im Interview mit RTL/ntv und Sky.

Es war eine Entscheidung, die Schumacher und Ferrari nicht bereuen sollten. Von 2000 bis 2004 gewann die Kombination Fahrer- und Hersteller-WM, insgesamt fuhr der "Rote Baron" 72 Grand-Prix-Siege für die Italiener ein. Wirkliche Integrationsprobleme hatte Schumacher nach seinem Wechsel 1996 nicht, erinnert sich Montezemolo. "Da kam ein Junge aus Deutschland, der Italien nicht kannte, der Ferrari nicht kannte. Aber er ist sehr schnell zu einem wahren Ferrarista geworden. Ihm gefiel Maranello, er mochte die Tortellini, er mochte das Team, hatte ein super-Verhältnis zu Jean Todt und zu seinen Mechanikern. Er hat sich sehr, sehr schnell eingelebt und wurde so schnell zum Idol der italienischen Tifosi", so der heute 79-Jährige.

Italiens damaliger Präsident Francesco Cossiga habe ihn gefragt, ob Schumacher denn kein Italienisch spreche, berichtete Montezemolo über die Anfänge. "Ich sagte ihm: Presidente, es ist besser, dass er kein Italienisch kann und siegt, statt super Italienisch zu sprechen und nicht zu siegen. Am Ende sprach er Italienisch und hat gewonnen - perfekt!" 

"Außergewöhnlicher" Antonelli begeistert Montezemolo

Vor 30 Jahren gewann Schumacher bei seinem ersten Ferrari-Rennen in Monza auf Anhieb. Der endgültige Durchbruch in der Beziehung zu den Ferraristi. "Für Michael war es die Weihe zum Helden von Ferrari. Im ersten Jahr bei Ferrari zu sein und dann direkt in Monza zu gewinnen, hieß, er hat alle Tifosi erobert", sagte Montezemolo.

Beim anstehenden Rennwochenende im Königlichen Park (alles Sessions live bei Sky, das Qualifying auch bei RTL) ehrt die Scuderia ihren einstigen Piloten mit mehreren Aktionen. So ist der SF-26 von Lewis Hamilton und Charles Leclerc speziell lackiert, auf der Nase strahlen sieben Sterne, die an Schumachers sieben WM-Titel und sein Helmdesign erinnern. Zudem werden die Ex-Ferrari-Fahrer Rubens Barrichello und Sebastian Vettel den F2002, mit dem Schumacher seinen dritten Titel in Rot einfuhr, über das Autodromo Nazionale steuern.

Dass in Kimi Antonelli ein Italiener, wenn auch ein Mercedes- und kein Ferrari-Pilot, die Fahrer-WM anführt, gefällt Montezemolo. Sein Landsmann sei "außergewöhnlich", sagte er. "Wir beide sind aus Bologna, sind beide Ende August zur Welt gekommen, ich kenne seine Familie, eine klasse Familie." Antonelli sei "ein Stolz für Italien, weil nach so vielen Jahren wieder ein Italiener die WM anführt. Er ist der jüngste Pilot, der so einen Vorsprung hat. Das Schöne an Kimi ist sein Kopf: er weiß ihn in den entscheidenden Momenten richtig einzusetzen", lobte Montezemolo. Seit dem legendären Alberto Ascari 1953 hat kein Italiener mehr die Fahrer-WM gewonnen.

Das Ferrari-Heimspiel in Monza wird Montezemolo am Sonntag rituell ohne Gesellschaft verfolgen. "Ich habe immer schon diese Angewohnheit, die ich auch beibehalte: Ich muss einen GP alleine schauen, ohne Personen, die Fragen stellen oder Kommentare geben. Ich habe schon zwei Fernseher kaputt gemacht, als etwas auf der Strecke passierte, aber nur weil ich allein war."

Verwendete Quellen: ntv.de, mar