Ralf Schumacher hat Ferrari-Pilot Lewis Hamilton für dessen Kritik an der Scuderia und Stallrivale Charles Leclerc nach dem verpatzten Grand Prix von Italien in Monza kritisiert.
"Wenn man speziell die Interviews von Lewis manchmal sieht, den Umgang der Fahrer auf der Strecke und mit dem Team neben der Strecke, dann muss man sich nicht wundern: Das ist ja keine Einheit. Da kämpft man gegeneinander, da bepöbelt man sich am Funk, dann gibt es Schuldzuweisungen nach dem Rennen", sagte der Sky-Experte im Podcast "Backstage Boxengasse". Für die Zuschauer sei das zwar "unterhaltsam", so Schumacher: "Aber ich glaube, es ist das größte Problem, das Ferrari momentan hat -, dass kein Zusammenhalt herrscht."
Hamilton hatte nach seinem enttäuschenden sechsten Platz im Königlichen Park die Reifenstrategie seines Teams kritisiert. Vor allem aber machte der Brite seinem Unmut über den Zweikampf mit Garagen-Nachbar Leclerc unmittelbar nach dem Start Luft. In seiner Zeit bei Mercedes habe es schriftliche Regeln für teaminterne Duelle gegebenen. "Hier gibt es keine Regeln", kritisierte Hamilton die Scuderia-Führung.
Hamilton stichelt gegen "andere Seite"
"Ich lag in Kurve zwei vorne. Am Scheitelpunkt war ich vorne. Da gab es kein 'Wir'", wies Hamilton die Schuld für den Vorfall eindeutig Leclerc zu. Er fahre "immer sauber und fair" und lasse immer Platz. "Ich bin zu diesem Team gekommen und habe versucht respektvoll zu sein, was Platz angeht, und das Team definitiv nicht in Gefahr zu bringen", führte der siebenmalige Weltmeister aus. Man müsse Teamchef Fred Vasseur fragen, ob "die andere Seite" (von Leclerc,d.Red.) auch so vorgehe, setzte Hamilton eine weitere Spitze.

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Genau hier setzt Schumachers Kritik der fehlenden Einheit im Team an. Der 51-Jährige sieht bei Hamilton nicht die gleiche Integrationskraft wie einst bei seinem Bruder Michael, der 1996 zu Ferrari kam und von 2000 bis 20224 fünfmal die WM mit den Roten gewann. "Ich sehe jetzt den Grund, warum es damals geklappt hat und warum es heute nicht klappt: Als es damals schwierig war für meinen Bruder, als er mit Ross Brawn und Jean Todt das Team aufgebaut hat, waren die Tage auch nicht leicht. Aber solche Vorwürfe hat es nie gegeben, und wenn es was zu klären gab, blieb es intern", kritisierte Schumacher Hamiltons öffentliche Aussagen. Sein Bruder habe damals "jedes einzelne Teammitglied mit Vornamen" gekannt: "Es war eine Familie."

