Formel1

Vettel in Japan nur auf Platz 6 Hamilton rast nächstem WM-Titel entgegen

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Die Konkurrenz sah Lewis Hamilton das gesamte Rennen von hinten.

(Foto: imago/Motorsport Images)

Lewis Hamilton setzt seine Formel-1-Siegesserie auch in Japan fort. Der Brite macht damit einen riesigen Schritt auf dem Weg zu seinem fünften WM-Titel. Verfolger Sebastian Vettel deklassiert sich mit einem gewagten Manöver selbst.

Verwachst im Qualifying, übermotiviert im Rennen, alle WM-Chancen dahin: Das Fehlerfestival von Sebastian Vettel und Ferrari geht weiter, doch nicht nur deswegen fährt Lewis Hamilton unaufhaltsam seinem fünften WM-Titel entgegen. Der Mercedes-Star feierte beim Großen Preis von Japan einen weiteren ungefährdeten Sieg und arbeitet weiter an seinem Legendenstatus. Vettel kam nach einer selbstverschuldeten Kollision mit Max Verstappen nicht über Rang sechs hinaus - es war wohl der Sargnagel für die Titelhoffnungen des Heppenheimers.

Hamilton baute seine WM-Führung gegenüber Vettel durch seinen 50. Sieg für Mercedes, den 71. seiner Formel-1-Karriere, von 50 auf 67 Punkte aus. Der Brite kann bereits beim viertletzten Saisonrennen in Austin (USA) am 21. Oktober alles klar machen - hierzu muss er auf seiner Lieblingsstrecke (vier Siege in Folge) "nur" acht Punkte mehr holen als Vettel. Hamilton würde mit dem legendären Argentinier Juan Manuel Fangio gleichziehen. Mehr WM-Titel (7) hat nur Michael Schumacher auf dem Konto.

Platz zwei in Suzuka ging an Hamiltons finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas, der in der Schlussphase einige Mühe hatte, den ungestüm attackierenden und letztlich drittplatzierten Max Verstappen (Niederlande) von Red Bull auf Distanz zu halten. Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo kämpfte sich von Startplatz 15 nach einer fulminanten Aufholjagd noch auf Rang vier nach vorne. Nico Hülkenberg (Emmerich) stellte seinen Renault nach 37 Runden auf dem letzten Platz liegend ab.

Obwohl Mercedes das gesamte Wochenende dominierte und der fünfte Suzuka-Sieg der Silbernen in Folge nie ernsthaft in Zweifel stand, verzichtete der Weltmeister-Rennstall darauf, Bottas für seine treuen Dienste zu belohnen und ihm den Sieg zu schenken. Der Finne hatte Hamilton in Russland in der vergangenen Woche zähneknirschend passieren lassen. Obwohl der WM-Titel für Hamilton nun quasi sicher ist, wollte der Kommandostand der Silbernen aber offenbar keine Punkte verschenken.

Vettel scheitert bei zu optimistischem Manöver

Für Vettel hatte die "Mission Impossible" in Suzuka bereits denkbar schlecht begonnen: In allen Trainingseinheiten war der 31-Jährige langsamer als Hamilton, im Qualifying verwachste Ferrari mit Mischreifen bei trockener Strecke völlig. Von Startplatz acht musste Vettel bei erstmals an diesem Wochenende warmen und trockenen Konditionen voll attackieren.

Während Hamilton und Bottas in Startreihe eins ihre Plätze verteidigten, machte Vettel in der ersten Runde gleich vier Positionen gut. Damit lag nur noch Verstappen als Puffer zwischen den beiden Silberpfeilen und dem Ferrari-Star. Es kam für Vettel noch besser: Nach einer Kollision zwischen seinem zukünftigen Teamkollegen Charles Leclerc (Monaco/Sauber) und dem Dänen Kevin Magnussen lagen Reifen- und Karbonteile auf der Strecke.

Das Safety Car rückte aus, die Zeitabstände waren mit einem Mal verschwunden.
Vettel wollte aber nach dem Re-Start in Runde acht zu viel: Er attackierte Verstappen, obwohl dieser noch eine Fünf-Sekunden-Strafe absitzen musste und der Deutsche wohl bald ohnehin vorbei gekommen wäre, in der Spoon-Kurve mit einem zu optimistischen Manöver. Vettel drehte sich, er fiel auf den 19. Platz zurück und musste sich wieder nach vorne kämpfen. Dies gelang dem viermaligen Weltmeister abermals im Eiltempo, doch die Top Fünf waren unerreichbar.

Der Hesse wird wohl 2019 einen fünften Anlauf auf seinen ersten Titel mit Ferrari nehmen müssen - auch sein Vorbild und Freund Schumacher hatte fünf Jahre gebraucht, bis er 2000 seine erste WM mit der Scuderia gewann.

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Quelle: n-tv.de, fzö/sid

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