30 Jahre ist es her, dass Michael Schumacher mit Ferrari erstmals in Monza gewann. Es war ein Durchbruch in der Beziehung zwischen dem Deutschen und den heißblütigen Tifosi. Mit Teamchef Jean Todt und "Superhirn" Ross Brawn machte Schumacher die jahrelang darbende Scuderia wieder flott. Bis zum ersehnten Titel dauerte es zwar noch vier Jahre. Danach aber erlebte Ferrari eine nie gesehene Ära des Erflogs. Bis 2004 hatten Schumacher und die Roten die Formel 1 eisern im Griff.
2026 erinnert Ferrari beim Großen Preis von Italien auf dem Autodromo Nazionale (alle Sessions live bei Sky, das Qualifying auch bei RTL) an seinen Helden von einst, der seit einem schweren Skiunfall Ende 2013 von der Öffentlichkeit abgeschirmt in der Schweiz lebt. Als Hommage an Schumacher bekommt der SF-26 von Lewis Hamilton und Charles Leclerc beim Heimspiel der Scuderia eine spezielle Lackierung, die an das Helmdesign des Rekordweltmeisters erinnert. Sieben Sterne prangen auf der Nase der Roten Göttin und geben Hamilton "ein gutes Gefühl", wie er bei seiner Ankunft sagte. Der Engländer hat wie Schumacher sieben WM-Titel errungen. 2025 wechselte er nach zwölf Jahren Mercedes zu Ferrari, um Nummer acht zu gewinnen und zum alleinigen Rekordchampion aufzusteigen.

Michael Schumachers Managerin spricht über besondere Ära
Im Vorjahr lief es überhaupt nicht, zwischendurch schien es, als habe Hamilton die Lust aufs Rennfahren verloren. Dieses Jahr ist der 41-Jährige dagegen wieder voll bei der Musik. Als WM-Dritter ist er noch in Schlagdistanz zum WM-Führenden Kimi Antonelli und will die Ferraristi beglücken wie früher Schumacher. "Es war großartig, Michael in Rot zu sehen. Und in Videospielen habe ich immer nur ihn ausgewählt. Jetzt habe ich die Chance, diese Erfahrung so zu erleben wie er. Er war so ein riesiger Leader", adelte Hamilton seinen Vorgänger.
Hamilton "drängte auf viele Veränderungen"
Zugleich erkennt der Brite Parallelen zu Schumachers Aufbauarbeit bei Ferrari. "Ich war zu Schumis Zeit bei Ferrari noch nicht dabei, um zu verstehen, wie es ihm damals im Team erging, aber wenn ich mir die heutige Situation anschaue, denke ich, dass dieser Input auch vom Fahrer selbst kommen muss. Ich habe auf viele Veränderungen gedrängt, die im letzten Jahr nicht möglich waren; dazu war auch viel Überzeugungsarbeit meinerseits nötig", lobte sich Hamilton vor dem Italien-GP selbst.

Schumachers Vertraute erinnert an Liebe zu Ferrari
"Input", den Schumachers Managerin Sabine Kehm im Interview mit RTL/ntv und Sky "Führungskraft" und "Integrationskraft" nennt. Der Formel-1-Star habe es so geschafft, "das Team komplett um sich zu scharen, weil er sich wirklich um die Leute bemüht hat". Berühmt war Schumacher zudem für seinen unermüdlichen Fleiß. Weil zu jener Zeit noch erlaubt, drehte er unzählige Testrunden auf der Ferrari-Strecke in Fiorano, um das Auto mit den Ingenieuren und Mechanikern weiterzuentwickeln.
Heute dürfen die Fahrer nur noch im Simulator "büffeln" - doch auch hier sieht Hamilton einen Grund für seine und Ferraris wiedergewonnene Stärke. "Ich habe viel am Simulator gearbeitet, mit dem Ziel, mich aus einer externen Perspektive weiterzuentwickeln. Ich bin stolz darauf, all diese Fortschritte miterlebt zu haben."
Am Wochenende muss Hamilton dies in Monza unterstreichen. Auf dem vollgaslastigen Kurs hofft Ferrari auf einige Upgrades, die den Wagen auf den Geraden schneller machen sollen - bisher eine rote Schwachstelle. Ob es gegen die Favoriten Mercedes und McLaren reicht? Die Geschichte lässt hoffen: Michael Schumacher galt 1996 hinter den übermächtigen Williams-Renault auch nur als Underdog.
