Formel1

Premierensieg bei Hitzeschlacht? Vettel und Ferrari ersehnen heiße F1-Erlösung

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Sebastian Vettel (r.) und Mechaniker Riccardo Adami bei der Streckenbegehung in Spielberg.

(Foto: dpa)

Schon nach einem Drittel ist die Formel-1-Saison 2019 für Sebastian Vettel und Ferrari eine verlorene, der Abstand zu Dominator Mercedes schlicht gigantisch. Trotzdem könnte beim hitzigen Großen Preis von Österreich der erlösende erste Sieg glücken. Er wäre emotional. Und unbezahlbar.

Sebastian Vettel schwitzte. Und das war eine ziemlich gute Nachricht. Bis zu 37 Grad zeigte das Thermometer in Spielberg an, der Asphalt glühte, die Luft flimmerte in der Rekordhitze. Schon die Begehung der hügeligen Strecke wurde zum Belastungstest. Am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und n-tv.de Liveticker) könnten diese Extrembedingungen für Vettel und Ferrari zur Erlösung werden.

Sein Teamkollege Charles Leclerc, zuletzt in Frankreich Dritter, stapelte zwar vorab tief und sagte in Spielberg angesichts der grotesken Siegesserie der Silberpfeile: "Es wird sehr schwer, ihr Level zu erreichen." Doch in einer wohl längst verlorenen Saison ist der Große Preis von Österreich so etwas wie ein Bonusrennen für Ferrari, er könnte den ersten Saisonsieg bringen. Vielleicht muss er es sogar.

Auf den meisten Strecken im Kalender ist der SF90 nicht in der Lage, mit dem Mercedes von Weltmeister Lewis Hamilton mitzuhalten. In Österreich schon, denn auch der rätselhafte Ferrari hat seine Stärken. Und die scheinen wie gemacht für den Kurs in der Steiermark. "Was uns am meisten entgegenkommt, sind die vielen Geraden", sagt Vettel, und es sind keine normalen Geraden. An einigen Stellen ist die Steigung ungewöhnlich hoch für eine Formel-1-Strecke. Auf Spielbergs Achterbahn sollte Ferraris starker Antrieb ebenso zum Tragen kommen wie der geringere Luftwiderstand.

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Hitze ein Vorteil für Ferrari

Und auch die Hitze scheint im Zweifel eher dem Ferrari zu liegen. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff geht deshalb eher vorsichtig in das Rennen in seiner Heimat. "Österreich", sagt der 47-Jährige, "ist auf dem Papier nicht so gut für uns. Es geht steil den Berg rauf und es wird heiß sein. Das sind die Stärken von Ferrari, sie haben Power und kommen gut mit der Kühlung klar."

Die Schwächen der Scuderia im Jahr 2019 liegen im zu geringen Abtrieb und der auch damit verbundenen Schwierigkeit, die Reifen auf die nötige Temperatur zu bringen. Das ist über die Saison gesehen wohl ein zu gewaltiger Nachteil, um noch ernsthaft um den Titel zu kämpfen. Schon jetzt beträgt der Rückstand von Vettel (111 Punkte) auf Spitzenreiter Hamilton (187) 76 Punkte. Auch Valtteri Bottas (151) im zweiten Mercedes liegt noch deutlich vor dem Ferrari-Piloten.

Siegchancen sind da, aber ...

Und dennoch werden sich in diesem Jahr immer wieder Chancen auf einzelne Siege ergeben. In Bahrain hätte Vettels Teamkollege Charles Leclerc gewinnen müssen, nur ein technischer Defekt verhinderte das. In Kanada überquerte Vettel als Erster die Ziellinie, eine umstrittene Zeitstrafe kostete ihn dort den Sieg. Auch beim Heimspiel in Monza und auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Spa könnte das Ferrari-Paket in diesem Jahr siegbringend sein. Nun aber erstmal Österreich, allerdings ist auch hier ein Ferrari-Erfolg alles andere als ausgemacht. Die Bedingungen sind auch für die Roten extrem, und ohnehin sei es "auf dieser Strecke schwierig, alles exakt zu treffen", sagt Vettel: "Für ein gutes Rennen brauchen wir hier auf jeden Fall auch ein gutes Qualifying."

Und zumindest leise hofft man bei Ferrari weiterhin darauf, das eigene Auto doch noch zu entschlüsseln. Dass das Aerodynamik-Konzept mit geringerem Abtrieb keine günstige Wahl war in diesem Jahr, ist mittlerweile offenkundig. Nun fahndet die Scuderia im laufenden Wettbewerb nach Updates, die das Potenzial des SF90 dennoch entfesseln. Damit dieses Jahr vielleicht doch noch etwas mehr bietet als den ein oder anderen Sieg fürs Gefühl.

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Quelle: n-tv.de, Thomas Weitekamp, sid

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