Fußball-EM

Absurde Dominanz, kein Ertrag Ein Remis, das nur Spanien verzweifeln lässt

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Spieler im Netz, Ball daneben. Das ist falschrum.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft möchte bei dieser EM an alte Zeiten anknüpfen, denn zuletzt mangelt es an Titeln. Doch vor diesem Turnier plagen Spielerausfälle und Corona-Chaos das Team. Gegen Schweden geht es endlich um den Sport - doch auch auf dem Platz hapert es.

Mitfavorit Spanien ist zum EM-Auftakt von ebenso destruktiven wie coolen Schweden entzaubert worden. Der dreimalige Fußball-Europameister und WM-Champion von 2010 kam am Montagabend in Sevilla bei sommerlichen Temperaturen von 30 Grad nicht über ein maues 0:0 hinaus. Das Team von Trainer Luis Enrique verzweifelte immer wieder am Catenaccio der Skandinavier, die sich mit viel Herz und Leidenschaft einen Punkt erkämpften.

Allerdings hatte das Drei-Kronen-Team um RB Leipzigs Emil Forsberg und Werder Bremens Ludwig Augustinsson vor 10.559 Fans im Estadio La Cartuja auch Glück, denn die klar überlegenen Spanier betrieben großen Chancenwucher. "Wir haben wirklich gekämpft, aber nicht das Glück gehabt", sagte der ebenfalls reichlch glücklose Koke: "Wir müssen weiterkämpfen."

Noch in der Nachspielzeit vergaben die eingewechselten Gerard Moreno und Pablo Sarabia zwei hochkarätige Möglichkeiten zum Sieg. Die Iberer treffen im nächsten Vorrundenspiel in der Gruppe E auf Polen. Die Schweden, die bei einer EM erst einmal die Gruppenphase überstanden haben (2004), bekommen es mit der Slowakei zu tun.

Den Gastgebern war von der Corona-Aufregung in den vergangenen Tagen nichts anzumerken. Nach einem positiven Test bei Kapitän Sergio Busquets, der deswegen wie auch die Schweden Dejan Kulusevski und Mattias Svanberg fehlte, war ein Teil der Mannschaft kurz vor dem Turnierstart noch geimpft worden - offenbar ohne Nebenwirkungen.

So viele Pässe wie nie zuvor

Die Hausherren beherrschten die Partie von Beginn an und drängten die passiven Nordeuropäer, die in der Anfangsphase kaum einmal über die Mittellinie kamen, tief in deren Hälfte. Die spanische Dominanz erinnerte in dieser Phase ein wenig an das 6:0 gegen Deutschland im November 2020 in der Nations League.

Nach einer halben Stunde hatten die Spanier 80 Prozent Ballbesitz. Zur Pause lautete die Bilanz der gelungenen Zuspiele 430:69. Seit Einführung der Datenerfassung 1980 hatte zuvor noch nie ein Team in einer EM-Partie so viele Pässe in einer Halbzeit gespielt.

Nur die Tore fehlten. Die erste Chance zur Führung bot sich Dani Olmo vom deutschen Vizemeister RB Leipzig nach einer guten Viertelstunde. Der 23-Jährige, der in der ersten Halbzeit der auffälligste Offensivakteur seiner Mannschaft war, scheiterte mit seinem Kopfball am stark reagierenden Schweden-Keeper Robin Olsen.

Danach vergab Koke zweimal aus verheißungsvoller Position. Die beste Möglichkeit hatte aber Alvaro Morata: Der insgesamt glücklos agierende Stürmer stand nach einem Stellungsfehler der Schweden plötzlich völlig frei vor Olsen, schlenzte den Ball aber knapp am Tor vorbei.

Isak überrumpelt die Defensive

Die Nachlässigkeiten beim Abschluss hätten sich kurz vor der Pause beinahe gerächt, als der Ex-Dortmunder Alexander Isak für einen Schreckmoment sorgte. Der Schuss des schwedischen Angreifers prallte Spaniens Verteidiger Marcos Llorente ans Schienbein, von dort an den Pfosten und dann in die Arme von Torwart Unai Simón, der den Vorzug vor dem routinierten David de Gea erhalten hatte. Auf der Gegenseite scheiterte Olmo erneut an Olsen. So ging es torlos in die Kabinen.

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Nach dem Wechsel erlahmte der Schwung der Gastgeber bei schwül-warmem Wetter zunehmend. Der Ball wurde nun mehr in die Breite als in die Tiefe gespielt, was der schwedischen Abwehr die Arbeit erleichterte. Spanische Chancen blieben nun rar.

Vielmehr war der Außenseiter nach gut einer Stunde der Führung ganz nah. Isak tänzelte im Strafraum drei Gegenspieler aus und bediente seinen Sturmpartner Marcus Berg, doch der frühere HSV-Profi vergab aus Nahdistanz kläglich. Kurz darauf musste er seinen Platz dem Mainzer Robin Quaison überlassen. Für Offensivakzente sorgten die Schweden in der Schlussphase aber nicht mehr. Dafür legten die Spanier noch einmal zu, konnten sich aber nicht belohnen.

Quelle: ntv.de, Jens Marx und Eric Dobias, dpa

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