In der reißenden Welle, die über den Kosmos deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach der nächsten WM-Blamage krachte, wurde vieles fortgerissen. Der Bundestrainer etwa. Und womöglich auch der Sportdirektor. Wie es mit Rudi Völler weitergeht, das scheint offener denn je. Was auch in der Welle gespült wurde: eine Szene über den "Noch"-Nagelsmann, die Völler fuchsig machte. Und wegen der er unter anderem Klopp zurechtwies.
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Klopp hatte flapsig daher geplaudert, dass Julian Nagelsmann die Nationalmannschaft "noch" aufstellen würde. An der Seite von Thomas Müller kicherten die beiden über den vermeintlichen Witz, der in diesen Tagen ganz schlecht gealtert ist. Der Spruch sorgte für reichlich Wirbel. Rudi Völler redete Klartext: "Ihr seid ja mehr für die Komik zuständig", sagte er in Richtung Klopp und Müller. Und bot an: Man könne sich "mal zusammensetzen und ein paar grundsätzliche Dinge besprechen."
Wirklich ein "Dreamteam"?
Auch dieses Angebot ist schlecht gealtert. Völler und Klopp haben tatsächlich einiges zu besprechen. Vielleicht rücken sie die Dinge um Nagelsmann nochmal zurecht, auch wenn der weg ist. Es wird viel mehr um Völlers Rolle in der sehr wahrscheinlichen, neuen Ära Klopp geht. Passt das zusammen? Für Bastian Schweinsteiger ist die Antwort eindeutig. Klopp und Völler, da ist sich der Rio-Weltmeister sicher, "wären das Dreamteam". Völler "als Gegenpol" zu Klopp, "das würde schon gut passen", führte der ARD-Experte aus.
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Doch so einfach ist es nicht. Völler, in Nagelsmanns Amtszeit dessen Bodyguard und väterlicher Freund, soll nach Sport1-Informationen seinen Rücktritt in Erwägung ziehen. Eine Entscheidung könnte er demnach "schon in der kommenden Woche verkünden". Eine Stellungnahme Völlers oder des DFB gab es nicht. Die Zukunft des 66-Jährigen hängt nach Informationen des Sportinformationsdienstes in hohem Maße von den Vorstellungen des neuen Bundestrainers ab.
Erste Details zu Klopps Plan
Und da sickern bereits durch: Wie "Sky" berichtet, würde Klopp beim DFB "viel Macht erhalten, um grundlegende Dinge zu verändern und zu strukturieren". Dafür wolle der 59-Jährige seinen eigenen Staff mitbringen, allen voran Peter Krawietz, der als Assistent fungieren soll. Auch Zsolt Löw und Pepijn Lijnders seien Kandidaten. Ebenso plane Klopp, jahrgangsübergreifend im Nachwuchs ein 4-4-2-System installieren zu lassen, um Talente gezielt für die Anforderungen im Herrenbereich zu fördern. Ob Völler da mitgeht?
Bis zuletzt warf Völler sich schützend vor Nagelsmann und verteidigte ihn zunächst auch nach der WM-Blamage gegen alle Kritiker. Doch im Zuge der Aufarbeitung des Debakels rückte auch er von Nagelsmann ab, nach dem Krisengipfel am vergangenen Donnerstag verließ er mit gehobenem Daumen die DFB-Zentrale. Seitdem wird über Völlers Rolle diskutiert. Klopp braucht angesichts seiner Erfahrung - anders als Nagelsmann - keinen Mentor. "Aber ich finde gerade Rudi Völler ganz wichtig, weil er die Erfahrung hat, er ist Weltmeister geworden, den würde ich schon gerne beim DFB weiterhin sehen", betonte Schweinsteiger. Völler kenne "das Geschäft". Er weiß, "was man braucht, um Veränderungen zu machen". Doch ist Völler dazu bereit?

