Was ist die "rote Linie?"

FIFA schießt gegen Europäer nach heftigen Balogun-Protesten

Video poster
00:00 / 02:14
07.07.2026 | 01:14 Uhr
Die Disziplinarkommission der FIFA arbeitet angeblich unabhängig. Das behauptet zumindest ihr Vorsitzender. Dieser schießt auch gegen die protestierenden Europäer.

Der Vorsitzende der FIFA-Disziplinarkommission hat die Entscheidung zur Aussetzung der Strafe gegen den US-Stürmer Folarin Balogun nach einer Roten Karte verteidigt. Das zuständige Gremium habe die Entscheidung "unabhängig" getroffen, hieß es in einer Mitteilung.

Die Entscheidung im Fall Balogun sei "unter Berücksichtigung sämtlicher spezifischer Umstände des Vorfalls und der verfügbaren Beweismittel" getroffen worden. Welche Umstände berücksichtigt wurden, blieb offen.

Ein offenkundiger Faktor: US-Präsident Donald Trump wandte sich persönlich an FIFA-Chef Gianni Infantino, um eine Überprüfung der Roten Karte zu erwirken. Die politische Einflussnahme des Mannes im Weißen Haus sorgte für massive Proteste vonseiten des Achtelfinal-Gegners Belgien, aber auch weitere Nationalverbände und die UEFA äußerten sich.

Der europäische Kontinentalverband hatte erklärt, dass mit der Begnadigung des US-Stars eine "rote Linie" überschritten worden sei. Dies nahm der Chef der Disziplinarkommission zum Anlass, um gegen die Europäer zu schießen.

"Das ist eine Verarscherei!"

Video poster

"Die Überprüfung der rechtlichen Konsequenzen von Roten Karten im Fußball ist im modernen Fußball nichts Neues. So ist beispielsweise in den meisten Spitzenligen der der UEFA angeschlossenen Mitgliedsverbände die Aufhebung von Roten Karten eine gängige Disziplinarmaßnahme, ohne dass dies jemals Bedenken hinsichtlich der Überschreitung einer 'roten Linie' hervorgerufen hätte", heißt es in der Mitteilung.

"Und es sei noch einmal betont, dass in der hier untersuchten Entscheidung die Rote Karte nicht aufgehoben wurde. Die Aussetzung der Wirkungen einer Roten Karte auf der Grundlage einer ausdrücklichen Bestimmung der geltenden Vorschriften ist eine weitaus ausgewogenere Maßnahme", so die Sicht der FIFA-Disziplinarkommission auf den in diesem Ausmaß einmaligen Vorgang im Weltfußball.

Verwendete Quellen: ntv.de, lme