FIFA-Boss trauert um Scheich

Gianni Infantino verlässt WM und fliegt nach Katar

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Gianni Infantino trauert um Hamad bin Khalifa Al Thani. (Foto: IMAGO/EPA)
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14.07.2026 | 13:23 Uhr
Gianni Infantino verlässt kurzfristig die Fußball-WM. Noch vor dem ersten Halbfinale reist der FIFA-Boss aus einem traurigen Grund nach Katar. Er nimmt an der Beerdigung von Hamad bin Khalifa Al Thani teil.

Kurz nach dem WM-Viertelfinale zwischen England und Norwegen hat Gianni Infantino das Turnier verlassen. Der FIFA-Boss reiste nach Doha, um den verstorbenen Vater des Emirs, Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, zu trauern. Er war am Sonntagmorgen im Alter von 74 Jahren verstorben. Infantino soll Medienberichten zufolge in einem Privatjet von Qatar Airways zur Beisetzung geflogen. Schon während des Turniers soll der Vielflieger den Jet genutzt haben. Pünktlich zum ersten Halbfinale am Abend soll er zurück in den USA sein.

"Heute habe ich mich meinem Land, Katar, angeschlossen, um für den Mann zu beten, der Katar zu einer großartigen Nation gemacht hat", schrieb Infantino in einem langen Beitrag bei Instagram. "Heute habe ich gebetet und Abschied genommen von dem mutigsten Mann, Seiner Hoheit, dem Vater-Emir Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, der mich gelehrt hat, dass Mut bedeutet, Veränderungen anzunehmen und stets voranzuschreiten. Heute fühle ich mich als Katarer und schließe mich Millionen von Menschen in ihren Gebeten an, um ihm Frieden zu wünschen und Gott zu bitten, seiner Seele Ruhe zu gewähren."

Infantino ist in seiner Amtszeit als FIFA-Präsident ein enger Verbündeter Katars. Das Emirat im Nahen Osten richtete die international umstrittene WM 2022 aus. Überschattet wurde das Turnier jedoch vom Schicksal der Arbeitsmigranten, die die Infrastruktur Katars auf- und ausgebaut hatten.

Infantino droht der nächste Ärger

Derweil droht Infantino bei der laufenden WM der nächste Ärger. Die Menschenrechtsorganisation FairSquare hat beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine zehnseitige Beschwerde gegen ihn eingereicht. Grund dafür seien mehrere Verstöße des Chefs des Fußball-Weltverbandes gegen die Regeln zur politischen Neutralität. Dabei geht es vor allem um die Nähe des IOC-Mitglieds Infantino zu US-Präsident Donald Trump.

"Gianni Infantino hat wiederholt gegen die Regeln des IOC zur politischen Neutralität verstoßen, indem er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, seine politische Unterstützung ausgesprochen hat", schrieb FairSquare und bezog sich auf Beweise, die "fünf eindeutige Verstöße gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität" nahelegen würden. Ferner habe die Organisation Anscheinsbeweise für weitere Verstöße vorgelegt.

Dabei gehe es im ersten Fall um "eine mögliche Nachgiebigkeit gegenüber politischem Druck von Präsident Trump, um die Disziplinarregeln der FIFA für das Spielgeschehen während der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 zu umgehen", also den Fall des US-Nationalspielers Folarin Balogun. Ein zweiter Fall dreht sich um Werbung Infantinos für eine FIFA-Fanseite, die Teil einer mit Trump in Verbindung stehenden Datensammelkampagne gewesen sein soll.

Nicht die erste Beschwerde gegen Infantino

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte in der vergangenen Woche bei einer Pressekonferenz auf entsprechende Nachfrage gesagt, die IOC-Ethikkommission werde sich damit beschäftigen, wenn eine Beschwerde vorliege. Das IOC hatte erst Ende Juni die Unabhängigkeit des olympischen Sports von staatlichem, gesellschaftlichem oder wirtschaftlichem Druck in seiner Charta betonen lassen.

FairSquare hatte kurz nach der Verleihung des FIFA-Friedenspreises von Infantino an Trump im vergangenen Dezember bereits eine offizielle Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA eingereicht. Dieser hatten sich Norwegens Fußballverband sowie 50 Abgeordnete des Europäischen Parlaments

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid