England schon im Panik-Modus

Thomas Tuchel bekommt von allen Seiten auf die Mütze

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Eigentlich läuft es gut für Thomas Tuchel und seine Engländer, aber in der Heimat herrscht trotzdem Frust. (Foto: IMAGO/Every Second Media)
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01.07.2026 | 05:45 Uhr
Thomas Tuchel bläst auf der Insel vor dem Start der K.o.-Phase heftiger Gegenwind ins Gesicht. Dabei ist das Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo eigentlich eine Pflichtaufgabe.

Mit sieben Punkten durch die Vorrunde, Bayerns Harry Kane liefert Tore am Fließband - und auch Sorgenkind Jude Bellingham zeigt ansteigende Form: Auf den ersten Blick scheint die englische WM-Mission nach Plan zu laufen. Doch stattdessen brodelt es auf der Insel vor dem Sechzehntelfinale gegen die Demokratische Republik Kongo, im Fokus der Kritik steht Thomas Tuchel. Zahlreiche TV-Experten und Medien arbeiten sich in Dauerschleife am deutschen Trainer der Three Lions ab. 

"Ich glaube nicht, dass er eine Ahnung hat, wie seine beste Elf aussieht. Das ist nicht gut", sagte Roy Keane beim TV-Sender ITV. Er glaube "nicht, dass Thomas Tuchel vom Feld geht und denkt, dass aktuell alles perfekt ist", ergänzte TV-Kollege und Ex-Nationalspieler Gary Neville. Die Bedenken für die Partie gegen den afrikanischen Außenseiter am Mittwoch (18 Uhr, ARD und Magenta TV sowie im Liveticker bei ntv.de) in Atlanta halten sich zwar in Grenzen.

Spielerisch glanzlos

Doch die Erfüllung des Traums vom ersten Titel seit 1966 scheint ob der spielerisch glanzlosen Auftritte in weiter Ferne. Tuchel muss sich mit ähnlicher Kritik auseinandersetzen, wie über Jahre auch sein Vorgänger Gareth Southgate: Kein Spektakel, wenig Kreativität, schlechte Abläufe. "England fällt nichts ein gegen eine Mannschaft, die tief steht und uns die Aufgabe stellt, etwas Magie für den Dosenöffner zu finden", schrieb Jamie Carragher in seiner Kolumne für den "Telegraph".

Dabei falle dem Ex-Trainer von Bayern und Dortmund die Kadernominierung auf die Füße. "Wenn man 26 Spieler nominieren darf, dann wähle ich mindestens einen Zauberer aus", führte der Ex-Nationalspieler aus. Einen "mit dem X-Faktor, der ein anderes Profil hat als alle anderen." Das ein Spieler wie Cole Palmer zu Hause sei, fühle sich "einfach verkehrt an", betonte Sturm-Ikone Alan Shearer: "Ein Spieler, der im EM-Finale getroffen und Paris Saint-Germain bei der Klub-WM zerpflückt hat."

Sogar Winfried Schäfer lästert

Auch das Fehlen von Phil Foden oder Trent Alexander Arnold gehe zu Lasten der Kreativität. Andere Mannschaften seien "offensiv stärker", so Ex-Nationalspieler Paul Merson. Tuchel fehle "schlichtweg die taktische Idee", monierte der deutsche Ex-Trainer Winfried Schäfer in seiner Rolle als Experte im iranischen Fernsehen. "So wie sie spielen, werden sie die WM nicht gewinnen", urteilte die Zeitung "Guardian".

Doch der Coach der Three Lions mahnt zur Ruhe. "Das Turnier", sagte Tuchel, beginne in der K.o.-Phase "von Neuem. Je wichtiger die Spiele werden, desto stärker werden auch wir. Wir werden uns steigern", versprach er. Das wird auch nötig sein, um die gewohnt kritische Inselpresse und die TV-Experten ruhig zu stellen.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid