Vorgezogenes Finale?

WM bekommt Gigantenspiel - mit ekelhaften Nebengeräuschen

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Kylian Mbappé steht im Halbfinale wieder mal im Fokus. (Foto: AP Photo/Martin Meissner)
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14.07.2026 | 12:01 Uhr
Die Fußball-WM steuert auf den Blockbuster zu. Frankreich gegen Spanien heißt die Versprechung. Ein Duell der Stars. Wären da nur nicht die rassistischen Nebengeräusche.

Für viele Fußball-Freunde ist es das vorgezogene Finale der WM. Der Vize-Weltmeister und Top-Favorit gegen den amtierenden Europameister. Viel größer als Frankreich gegen Spanien wird es bei dieser WM nicht mehr werden. Der Spielplan will es, dass die beiden Fußball-Nationen schon am Dienstagabend in Dallas (21 Uhr/ZDF und MagentaTV sowie im Liveticker auf ntv.de) aufeinandertreffen.

Der Sieger wird automatisch auch der Favorit im Finale und auf den Titel sein. Aus Gründen. Beide Mannschaften haben in diesem Turnier bisher die souveränsten Auftritte hingelegt. Frankreich besticht mit seiner Star-Truppe um Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé, erzielte bei sechs Siegen bislang 16 Tore. Keine Frage, die Équipe Tricolore hat die größte offensive Durchschlagskraft. An guten Tagen rauscht das Team wie ein TGV durch die Abwehrreihen. Allerdings könnte sich Spanien erneut als Nemesis erweisen.

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Die Furia Roja überragt als defensiv starke Mannschaft und eingespielter Block. Erst im Viertelfinale gegen Belgien kassierte Spanien das erste Gegentor bei dieser WM. Die Torbilanz: 11:1. In der Offensive setzen die Spanier auf gewohnt viel Ballbesitz, eine Art Tiki-Taka 2.0. Eine gut geölte Maschine, die nahezu reibungslos funktioniert. Seit 36 Spielen ist sie ungeschlagen. Und zur Not kommt eben Super-Joker Mikel Merino und entscheidet die Partien. So wie gegen Portugal und Belgien (und 2024 gegen Deutschland).

Kommt jetzt Yamals großes Spiel?

Das spanische Top-Talent Lamine Yamal fand bisher noch nicht so recht ins Turnier, Trainer Luis de la Fuente sieht dessen großes Spiel aber noch kommen. Gegen Frankreich? Kurz vor seinem 19. Geburtstag grüßte er mit der Aussage: "Wenn Frankreich jemanden fürchten sollte, dann uns. Der Grund: "Wir haben sie beim letzten Mal ausgeschaltet. Wir werden sehen, was passiert, aber wir haben keine Angst." Frankreichs Adrien Rabiot konterte: "Wir fürchten natürlich niemanden." Alles spreche für Frankreich, erklärte er. "Ich glaube, wir hätten kaum in einer besseren Verfassung hierherkommen können."

Die Bilanz und die Erinnerung an die vergangenen Spiele zeigen indes einen Vorteil für Spanien: Im EM-Halbfinale 2024 hatten sich die Iberer in München mit 2:1 gegen den Nachbarn durchgesetzt. Tore: Lamine Yamal und Dani Olmo. Denkwürdig war auch das Halbfinal-Duell in der Nations League 2025, als Spanien in einem wilden Spiel 5:4 (nach 4:0-Führung) gewann. Yamal traf doppelt.

Vielleicht auch deshalb schiebt Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps die Favoritenrolle genüsslich zu den Spaniern. "Ich kann bestätigen, dass sie die Favoriten sind", sagte der Weltmeister von 1998 bei einer Pressekonferenz. Er wolle Spaniens Coach Luis de la Fuente vor dem Duell nicht unter Druck setzen, "aber die Erwartungen an Spanien sind hoch." Das überrascht etwas, gehört wohl ins Repertoire der kleinen französischen Psychospielchen.

Für deutlich mehr Aufsehen hatten wenige Tage vor dem Anstoß Aussagen des früheren spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy gesorgt. Der Eklat zog höchste politische Kreise. Nur kurz nach den üblen rassistischen Beleidigungen einer paraguayischen Senatorin gegen Offensivstar Mbappé war es diesmal der Ex-Regierungschef Spaniens, der die Équipe Tricolore in einem Gastbeitrag für ein Online-Medium völlig realitätsfern als "Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen" abkanzelte.

Fokus aufs Sportliche

Die Reaktionen folgten prompt. Von "unerträglichen rassistischen Untertönen", schrieb etwa Frankreichs Verbandspräsident Philippe Diallo. Die französische Regierung beklagte "wiederholte rassistische Entgleisungen", eine Ministerin sprach gar von einem "systematischen und verharmlosten Hass auf Frankreich". Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sanchez versuchte, rasch die Wogen zu glätten. "Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale", schrieb er bei X: "Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren." Die Aussagen sollten die Diskussion wieder in sportliche Bahnen lenken.

Dort ist ein solch großes Spiel auch am besten aufgehoben. Für Frankreich geht es um viel. Der dritte WM-Finaleinzug in Folge ist möglich, das gelang bisher nur Brasilien (1994, 1998 und 2002). Es wäre historisch. Mbappé kämpft im Fernduell mit Lionel Messi um die aktuelle und ewige WM-Krone. In diesem Turnier haben beide schon acht Mal getroffen. In der ewigen Torschützenliste führt Messi mit einem Treffer (21 zu 20)

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Und für Frankreich auch bedeutend: Das Halbfinale steigt am 14. Juli, es ist der Nationalfeiertag. Dass das Team erstmals an diesem Datum spielt, überraschte auch Trainer Deschamps. "Der 14. Juli ist ein symbolträchtiger Tag für Frankreich. Ich wusste nicht, dass wir zum ersten Mal an diesem Tag spielen. Wir werden alles geben, um zu gewinnen und ins Finale einzuziehen."

Für Deschamps ist es das vorletzte Spiel. Nach 14 Jahren hört er nach der WM auf und übergibt an Zinédine Zidane. Das letzte Spiel soll dann unbedingt in East Rutherford und nicht in Miami steigen. Dort treten die Halbfinal-Verlierer im Spiel um Platz drei an.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc mit sid