"Weitaus schwerwiegender"

Weißes Haus attackiert Starmer nach Anstoß-Intervention

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Ein verregnetes Jahrhundertspiel zwischen Mexiko und England im legendären Stadion Estadio Azteca. (Foto: picture alliance / firo Sportphoto / Mexsport)
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09.07.2026 | 19:54 Uhr
Die Trump-Regierung verteidigt weiterhin rigoros ihr Vorgehen im Fall Balogun. Aus Sicht des Chefs der dortigen WM-Taskforce gibt es einen Fall, viel "schwerwiegenderer" politischer Einflussnahme auf die FIFA.

Das Weiße Haus unter US-Präsident Donald Trump versucht mit einem neuen Manöver, seine Rot-Intervention im Fall Balogun herunterzuspielen. Die Einflussnahme des britischen Premierministers Keir Starmer bei der Anstoßzeit für das Achtelfinal-Duell Mexiko gegen Englands sei "weitaus schwerwiegender" als Trumps Anrufe bei der FIFA, sagte der Chef der US-WM-Taskforce Andrew Giuliani der britischen "Times".

Das Spiel habe verschoben werden sollen, weil nach dem Sechzehntel-Finale gegen Ecuador drei Menschen gestorben seien, behauptete Giuliani. "Die Diskussionen drehten sich um Menschenleben und Sicherheit. Ich denke, genau darum sollte es gehen - und weniger um das Spielgeschehen auf dem Platz. Das eine Eingreifen betrifft Leben und Sicherheit, das andere das Spielgeschehen auf dem Platz. Ich denke, da lässt sich ein ganz klarer Unterschied erkennen." In Medienberichten wurde als Grund hingegen ein drohendes Gewitter und Starkregen angeführt.

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Starmer hatte einen schlussendlich erfolgreichen Vorstoß des englischen Fußballverbands unterstützt, der verhindern sollte, dass die FIFA die Anstoßzeit der Partie von 18 Uhr Ortszeit auf 12 Uhr vorverlegt. "Wir mussten mit der FA (englischer Fußballverband) kämpfen, um den ursprünglichen Anpfiff wieder durchzusetzen, was eigentlich nicht naheliegend war", hatte der scheidende britische Regierungschef gesagt.

England und Mexiko waren sich einig

Einen eindeutigen Unterschied verschweigt Giuliani in dem Fall jedoch. Hinsichtlich einer möglichen Verlegung der Anstoßzeit waren sich sowohl der englische als auch der mexikanische Fußballverband einig. Beide Seiten hielten nichts von dem FIFA-Vorschlag. Keiner wollte eine kurzfristige Änderung der Abläufe, die Einfluss auf die Vorbereitung für den Achtelfinal-Knaller gehabt hätte. Mexikos Trainer hatte von einem "Schlag in den Magen" mit Blick auf eine Verlegung des Anstoßes gesprochen.

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Die mehrfachen Interventionen seines Präsidenten zugunsten des rotgesperrten Stürmers Balogun verteidigte Giuliani. "Präsident Trump möchte nur Fair Play", behauptete der Republikaner. "Fair Play an der Wahlurne, Fair Play auf dem Platz." Baloguns Rot-Sperre aus dem Spiel gegen Bosnien-Herzegowina war nach exzessiven Lobbybemühungen durch den US-Verband und Staatschef Trump von der FIFA zur Bewährung ausgesetzt worden. Ein skandalöser Fall politischer Einflussnahme, der vor allem aus den europäischen Fußballverbänden und vom Achtelfinal-Gegner Belgien heftig kritisiert wurde.

Die FIFA-Disziplinarkommission verwies in ihren Begründungen lediglich auf ihre Statuten, die ihr das Recht einräumen, eine Strafe zur Bewährung auszusetzen. Man habe die Aussetzung der Sperre sei "unter Berücksichtigung sämtlicher spezifischer Umstände des Vorfalls und der verfügbaren Beweismittel" beschlossen. Dies sei auch "keineswegs beispiellos", sondern "im modernen Spiel nichts Neues", hieß es in den Ausführungen, des sich selbst als unabhängig verstehenden Gremiums. Der Anruf Trumps fand in die Erklärung selbstverständlich keinen Eingang.  

Verwendete Quellen: ntv.de, lme