Messi und Mbappe entfesselt

Wildes Wettschießen der Superstars um Kloses WM-Krone

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Nicht nur Kylian Mbappé lässt es krachen. (Foto: REUTERS)
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17.06.2026 | 09:44 Uhr
Erst trifft Kylian Mbappé in New York doppelt, dann liefert Lionel Messi in Kansas City einen magischen Abend und legt noch einen drauf. Die Superstars der WM eröffnen das spektakuläre Rennen um den WM-Rekord von Miroslav Klose.

Miroslav Klose wusste es vorher schon. "Ich rechne damit, dass mein Rekord in diesem Turnier fällt", hatte der frühere DFB-Stürmer vor Beginn des WM-Turniers in den USA, Mexiko und Kanada der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. "Durch das größere Teilnehmerfeld gibt es mehr Spiele und damit mehr Möglichkeiten, Tore zu schießen", lautete die Vorhersage.

So kam es jetzt auch, schon am ersten WM-Spieltag. Sogar mit dem Torschützen sollte er recht behalten. "Ich bin ein großer Fan von Messi, schon immer gewesen. Er ist ein Genie", sagte Klose zum Favoriten auf die eigene Rekord-Ablösung. In den frühen deutschen Morgenstunden holte der Argentinier die Genie-Zeitmaschine raus. Lionel Messi machte Lionel-Messi-Dinge. Der Noch-38-Jährige erzielte gegen Algerien seine WM-Tore Nummer 14, 15 und 16 und zog damit mit dem deutschen Stürmer gleich. Gleichzeitig gelang ihm damit auch sein erster Hattrick bei einer WM.

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Der Gefeierte gab sich hinterher bescheiden: "Ich liebe das Fußballspielen, es ist meine Leidenschaft, seit ich klein bin", sagte Messi: "Wenn ich mich gut fühle, gebe ich alles." Umso lauter und unbescheidener jubelte die Presse in der Heimat.  "Messi ist die WM", schrieb die Tageszeitung "La Nácion". "Der ewige Kapitän fügt seiner beispiellosen Karriere ein weiteres Kapitel hinzu und zementiert seinen Legendenstatus."

Selbst Messis Trainer ist sprachlos

"Olé" bejubelte die "Weltmeisterschafts-Show" Messis und watschte die Kritiker gleich auch noch ab. "Dass er alt ist, dass er in einer untergeordneten Liga spielt, dass er nicht mehr so rennt wie früher. Dass er im Eins-gegen-Eins nicht mehr gewinnt, dass er nur noch von seinem Nachnamen lebt, dass er keinen Platz für neue Talente lässt. Willkommen zurück, ihr Experten des Pessimismus. Macht euch darauf gefasst, dass die Nummer 10 hier ist."

Seinen Trainer Lionel Scaloni machte der Vintage-Auftritt von Messi einfach nur sprachlos. "Was soll ich sagen? Er ist unglaublich. Er macht das schon seit 20 Jahren. Jeder im Fußball will ihn sehen und genießt es." Und es waren nicht nur die Tore. Der Angreifer zeigte eine umfassend starke Partie, setzte auch seine Teamkollegen immer wieder in Szene und arbeitete defensiv gut mit.

Messi schrieb sogar noch weiter Geschichte. Er ist nun der erste Fußballer, der an sechs Weltmeisterschaften auf dem Platz stand. Nach seinen drei Treffern (17., 60., 76.) wurde er – in seinem 200. Spiel - in der 79. Minute ausgewechselt. Die Fans verbeugten sich, alle standen. All das auf den Tag genau 20 Jahre nach seinem WM-Debüt. Als 18-Jähriger erzielte er 2006 beim 6:0 gegen Serbien-Montenegro direkt ein Tor.

Cristiano Ronaldo kann mit Messi bei der Anzahl der Turniere gleichziehen, wenn er für Portugal gegen DR Kongo am Mittwoch (19.00 Uhr/ZDF und Magenta TV und ntv.de-Liveticker) zum Einsatz kommt. Ronaldos selbst liegt mit "nur" acht Toren relativ weit zurück im Rennen um den Torschützenrekord.

Um die Krone der WM-Torschützen könnte sich in den kommenden Toren ein wildes Wettschießen entwickeln. Denn zuvor hatte schon Kylian Mbappè an seiner Tore-Statistik gefeilt. Der französische Angreifer machte in der Partie Frankreich gegen Senegal nach einer schwächeren ersten Halbzeit noch zwei Tore, stellte sein WM-Tore-Konto auf 14 – zwei hinter Messi und Klose.

Mbappé lauert hinter Klose und Messi

Mbappé (66., 90.+6) und Michael Olise rissen die Partie gegen Senegal in der zweiten Halbzeit an sich. Der Stürmer löste durch den Doppelpack Olivier Giroud als Rekordtorschütze der Equipe Tricolore ab. "Ich freue mich sehr, dass ich ein Stück weit in die Geschichte meines Landes eingehen konnte", sagte er nach der Ablösung von Olivier Giroud und seinen Treffern 57 und 58 für Frankreich.

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Mbappé sitzt Messi und Klose mit 14 Toren im Nacken. Seine Mitspieler trauen ihm die Marke noch bei diesem Turnier definitiv zu. "Natürlich glaube ich, dass er alles hat, um den Rekord zu brechen, also hoffe ich, dass er es schafft", sagte Innenverteidiger William Saliba. Hilfe bei der historischen Aufgabe ist ihm gewiss. Die Mannschaft werde "auf jeden Fall alles tun, damit er so viele Tore wie möglich schießt, um uns zu helfen", sagte Torschütze Bradley Barcola.

Klose hatte bei den Endrunden der Jahre 2002, 2006, 2010 und 2014 ebenfalls insgesamt 16 Mal getroffen. Die meisten Tore erzielte er 2002 und 2006 (jeweils fünf Mal). 2014 hatte er den brasilianischen Stürmer Ronaldo (15 Tore) überholt.

Nun ist es nur eine Frage der Zeit, bis Messi und Mbappé an der deutschen Stürmer-Ikone vorbeiziehen. Beide sind noch nicht fertig. Weiter geht es kommenden Montag. Messi und Argentinien treffen dann auf Österreich, Mbappés Frankreich muss gegen den Irak ran. Einen deutlichen Vorteil aber hat Mbappé: Mit 27 Jahren ist der auf der Höhe seines Schaffens. Für Messi dürfte es die letzte WM sein.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc