Tor-Gala, die Rätsel aufwirft

Cristiano Ronaldo macht eine unmissverständliche Ansage

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24.06.2026 | 06:10 Uhr
Cristiano Ronaldo meldet sich zurück im Kreis der WM-Starspieler. Nach tagelanger Kritik scheint nach zwei Toren gegen Usbekistan wieder alles gut. Doch bleibt das so?

Sechs Tage. Zwischen Cristiano Ronaldos schwachem erstem Auftritt bei dieser Fußball-WM und seinem zweiten lagen genau sechs Tage. Und die Zeit reichte, um den Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft praktisch schon in Rente zu bitten - ehe er jetzt, nach dem 5:0 gegen Usbekistan, wieder in höchste Sphären gelobt wird. Wie gut ist der 41-Jährige denn jetzt (noch)?

"Das war schon immer so", sagte Ronaldo nach seinen rekordbringenden zwei Toren gegen den völlig hilflosen Außenseiter. "Wenn es gut läuft, ist Cristiano großartig. Wenn es schlecht läuft, heißt es, er ist schon alt. So wird es auch immer sein." Daran, immer wieder zu polarisieren, ist der mehrfache Weltfußballer allerdings auch nicht schuldlos. Die Öffentlichkeit sei "sehr hart mit uns umgegangen", er persönlich habe sich in den "düsteren letzten Tagen" gefühlt, "als hätte ich meine Fußballkarriere bereits beendet", sagte Ronaldo. 

Doch Ronaldo denkt gar nicht daran, aufzuhören oder gar aufzugeben. "Ich weiß: Wer hart arbeitet, dem hilft Gott. Ich komme immer an, früher oder später bin ich da", sagte der fünfmalige Weltfußballer, der in seiner Karriere tatsächlich schon so manche Hürde eindrucksvoll überwunden hat.

Cristiano Ronaldos "Freistoßtrick" überrascht alle

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Nach dem 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo, als es schlecht lief, hatte Ronaldo auf dem Weg aus dem Stadion in Houston kein Wort gesagt und damit viel Interpretationsspielraum geschaffen. Nach dem Sieg am Dienstag, als es gut lief, stellte er sich mit einer gewissen Selbstzufriedenheit den Interviews. Er trat der Wand von etwa 50 Journalisten mit einem triumphierenden Grinsen entgegen. Unmittelbar nach dem Abpfiff hatte er noch auf dem Rasen der Fußballwelt zugerufen: "I'm back" - "Ich bin zurück".

Zweifel an der Harmonie im Team

Den Ausruf erklärte der Stürmer später damit, dass das niemand vergessen solle. "Wir sind zurück, ich bin zurück", sagte er. Die fünf Tore seien eine gute Antwort auf die tagelange Kritik gewesen - von ihm und seinen Kollegen. Nach dem Auftaktspiel waren insbesondere auch Zweifel an der Harmonie in der Auswahl des Europameisters von 2016 laut geworden. Der euphorisch-gemeinsame Jubel nach Ronaldos erstem Tor bestätigte diesen Eindruck nicht unbedingt. Ganze 808 Minuten hatte es bis zur Erlösung gedauert, zehn Spiele war er zuvor auf der großen WM- und EM-Bühne ohne Torerfolg geblieben. 

Ronaldo avanciert mit Führungstreffer zu WM-Rekordspieler

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"Es war eine schwierige Woche", sagte Portugals spanischer Trainer Roberto Martínez, er sprach von einer ungerechtfertigten Unruhe und böswilligen Darstellung der Lage von außen. "Wir waren wütend und tief getroffen, aber am Ende sind wir als Team daran gewachsen", sagte Martínez, der etliche Fragen zu Ronaldo beantworten musste. Der 41-Jährige sei "ein vorbildlicher Kapitän", sagte Martínez. Vor dem zwischenzeitlichen 2:0 hatte Ronaldo seinem Teamkollegen Nuno Mendes die Ausführung des torbringenden Freistoßes überlassen.

Mit seinen eigenen WM-Treffern neun und zehn überholte Ronaldo Portugals Legende Eusébio in der ewigen Torschützenliste. Es sei "immer toll, Rekorde zu brechen", behauptete Ronaldo, aber das Wichtigste für den Erfolg sei das Team. Zudem ist der 41-Jährige der erste Spieler, der bei sechs Weltmeisterschaften getroffen hat, und das wird er bis mindestens zur nächsten Endrunde auch bleiben. Ein Rekord also, dem ihn nicht einmal Dauerrivale Lionel Messi streitig machen kann. Von den seit knapp zwei Jahrzehnten angestellten Vergleichen mit dem Argentinier scheint Ronaldo ohnehin zunehmend genervt.

WM-Spiel gegen Messi ist möglich

Auf die Frage, was er zu einem möglichen Aufeinandertreffen der Superstars bei dieser WM denke, antwortete der Portugiese maximal ausweichend. Ja, das wäre toll, sagte er, aber eigentlich wisse er nicht, wie er die Frage beantworten solle. "Das Wichtigste war, zu gewinnen", sagte er. Weitere Messi-Fragen blockte Ronaldo ab. Die Konzentration müsse auf dem abschließenden Gruppenspiel gegen Kolumbien in der Nacht auf Sonntag liegen. Als Gruppensieger könnte Portugal im Viertelfinale auf Argentinien treffen.

Mit bislang vier Punkten stehen die Portugiesen immerhin praktisch schon sicher in der K.-o.-Runde. "Wir haben uns verbessert", sagte Ronaldo. Es gebe immer wieder Rückschläge während der Spiele, während des Lebens. "Und das wichtigste Ziel ist immer, sich zu verbessern." Wenn es aber so laufe, wie über weite Strecken gegen Usbekistan, sei Portugal nur schwer zu stoppen. "Es ist kein Zufall, dass wir fünf Tore erzielt haben", sagte Ronaldo.

Verwendete Quellen: ntv.de, Jan Mies und Ulrike John, dpa