Der Fußball-Weltverband FIFA hat den WM-Schiedsrichter Raphael Claus nach der Kritik von US-Präsident Donald Trump in Schutz genommen. Der brasilianische Referee, der im Mittelpunkt der Kontroverse um den US-Angreifer Folarin Balogun steht, habe während seiner gesamten Laufbahn "höchste Maßstäbe an Professionalität und Integrität" bewiesen, teilte die FIFA mit.
Schiedsrichterchef Pierluigi Collina bezeichnete Claus als wichtiges Mitglied des Teams der Unparteiischen bei der WM. "Er ist ein erfahrener und hoch angesehener Schiedsrichter, und wir haben weiterhin volles Vertrauen in ihn als zuverlässigen Spielleiter", sagte Collina. Auch der brasilianische Fußballverband CBF nahm Claus hingegen demonstrativ in Schutz.
Matthäus fassungslos: "Das ist eine Verarscherei!"

Trump hatte Claus mit Blick auf dessen Vergangenheit als "ein bisschen suspekt" bezeichnet. "Er hat eine Entscheidung getroffen, die niemand glauben konnte", sagte der US-Präsident gegenüber Reportern im Weißen Haus, als er zugab, mit Infantino wegen Balogun gesprochen zu haben.
Was Trump genau meinte, führte der US-Präsident nicht aus, verwies nur kryptisch auf die Vergangenheit des Brasilianers. Dies schließt an einen Bericht der "New York Times" von Montag an, laut dem der Republikaner in dem Gespräch mit Infantino Vorwürfe der Spielmanipulation gegen Claus erhoben hatte.
Der brasilianische Schiedsrichter soll demnach im Jahr 2023 in der brasilianischen Serie A ungerechtfertigte Rote Karten verteilt haben, so der Vorwurf, der Trump offenbar von einem Großspender des US-Fußballteams gesteckt wurde. Beweise für diese Anschuldigungen gibt es nicht.
Claus hatte Balogun vergangene Woche nach einer VAR-Überprüfung eines Zweikampfs die Rote Karte gezeigt. Daraufhin setzte sich Trump bei der FIFA dafür ein, die obligatorische Sperre des Angreifers für das Achtelfinale gegen Belgien zu überprüfen. Die FIFA setzte die Sperre am Montag zur Bewährung aus und löste damit einen Sturm der Entrüstung in Teilen der Fußballwelt aus.

