BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke sieht die Bundesliga als etwas Besonderes an. Auch wenn die Bundesliga rein sportlich im internationalen Vergleich vielleicht nicht mehr die allererste Geige spielt, ist sie für Watzke immer noch einzigartig, wie er im Interview bei RTL/ntv und Sky verrät. "Es gibt eben auch hier in der Bundesliga Dinge, die es woanders nicht gibt: diese Alleinstellungsmerkmale, wie gesagt, die mit Abstand beste und sozialverträglichste Preisstruktur, die Partizipationsmöglichkeiten und dass das Mitglied wirklich das Gefühl hat: Hier kann ich auch etwas bewegen. Das sind Dinge, die man wertschätzen muss. Man kann nicht alles haben", sagte Watzke.
Neben seiner Tätigkeit als BVB-Präsident ist Watzke, der das Amt des Geschäftsführers bei Borussia Dortmund an Lars Ricken abgetreten hat, noch in einigen Gremien tätig. Doch wirklich geplant hatte er das nicht. "Nein, das war überhaupt nicht geplant. Das hat sich einfach so ergeben. Irgendwann ist Christian Seifert aus der Liga ausgeschieden, und dann ist man auf mich zugekommen und hat gesagt: 'Komm, du musst das jetzt machen.' Da habe ich gesagt: 'Okay, wenn da kein anderer ist, dann mache ich das.' Dadurch wirst du automatisch Erster Vizepräsident beim DFB. Und dann sagt der DFB natürlich: 'Es wäre schön, wenn neben Bernd Neuendorf noch ein Zweiter aus Deutschland da ist'", berichtete Watzke. "Deutschland ist das einzige Land in Europa, das in den beiden wichtigsten Gremien - UEFA-Exekutivkomitee und FIFA Council - zwei Leute hat. Alle anderen 54 haben maximal einen. Dann sagst du: 'Okay, wenn das für den deutschen Fußball gut ist, dann mache ich das auch noch.' Und auf einmal bist du mittendrin."
Watzke: Das Ende ist in Sicht
Watzke räumte aber auch ein: "Das Schönste für mich war die ganze Woche über, wenn ich ein- oder zweimal beim Training vorbeigeschaut, den Rasen gerochen und die Spieler gesehen habe. Dafür habe ich Fußball gemacht. Jetzt muss ich noch ein paar Jahre diese eigentlichen Funktionärsthemen machen. Es wird aber nicht mehr ewig sein. Für mich ist es immer viel schöner, einen Verein zu führen und nahe am Sport zu sein, als den ganzen Tag mit irgendwelchen Sitzungen umzugehen."

Watzke zur FIFA: "So etwas kann man nicht im stillen Kämmerlein"
Das Ende ist für Watzke also in Sicht. Einen Zeitplan hat er dafür offenbar auch schon vor Augen. "Nach meiner jetzigen Planung ist 2029 mit allem anderen Schluss." Das hat laut Watzke auch einen triftigen Grund. "Wahrscheinlich kann ich 2029 ohnehin nicht mehr für das Amt des Bundesliga-Präsidenten kandidieren, weil ich bei Borussia Dortmund kein operatives Amt mehr habe. Dann sollten alle Themen erledigt sein - abgesehen davon, ob ich noch einmal für das Amt des BVB-Präsidenten kandidiere oder nicht. Das weiß ich nicht. Wenn ich das Gefühl habe, dass der ganze Verein das möchte, dann kann man sicherlich mit mir reden. An den anderen Dingen hänge ich nicht."
Und dann? "Was dann übrig bleibt? Mein Gott, das sollen andere machen. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich versuche immer, für mich das Beste daraus zu machen. Das wird einigen Leuten gefallen, anderen weniger."

